Schenefeld, antroprosophisches Kinderheim Friedrichshulde e.V.

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      Schenefeld, antroprosophisches Kinderheim Friedrichshulde e.V.

      Heilpädagogisches Förderzentrum Friedrichshulde e. V.
      Lindenallee 96
      22869 Schenefeld



      Das Heilpädagogische Förderzentrum Friedrichshulde liegt westlich Hamburgs am Rande der schleswig-holsteinischen Stadt Schenefeld. Auf einem parkähnlichen Gelände befinden sich die Wohnhäuser, die Schule und ein Werkstattgebäude. Es leben hier zur Zeit etwa 50 Seelenpflege-bedürftige Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen und unterschiedlich schweren Behinderungen zusammen mit ihren Betreuern.

      Die Gründung des Heimes führt zurück auf das Jahr 1945. Damals fasste eine Jugendherbergsmutter im Osten Hamburgs den Entschluss, Flüchtlingskindern und Kriegswaisen eine neue Heimat zu geben. Als aus vor allem räumlichen Gründen die Fortführung der Arbeit in Hoisdorf Kreis Stormarn nicht mehr möglich war, gelang es in Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk der Christengemeinschaft, einen Teil des Gutes „Friedrichshulde“ zu erwerben.

      Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr Kinder, die intensiver heilpädagogischer Betreuung bedurften, sodass sich die Einrichtung sehr gewandelt hat. Es entstanden Neubauten, um familienähnliche Wohnsituationen in kleinen Gruppen zu ermöglichen, sowie ein Schulhaus, das die integrative Heimsonderschule beherbergt. Die Erweiterung der Schule um einen Werkstufenbereich, in dem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in handwerklich-praktischen Tätigkeiten - im Hinblick auf die weitere Lebens- und Berufsgestaltung - besonders gefördert werden, führte schließlich zum Bau eines eigenen Werkstattgebäudes.
      Verantwortlich für die Gestaltung der verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereiche sind die Mitarbeiter selbst; Entscheidungen über wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Belange werden gemeinsam getroffen. Träger der Einrichtung ist ein gemeinnütziger Verein, der als Mitglied dem „Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit“ und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) angeschlossen ist.

      Grundlage der heilpädagogischen Arbeit ist das Menschenbild der durch Dr. Rudolf Steiner (1861 - 1925) begründeten Anthroposophie. Dieses geht davon aus, dass auch der in seiner Entwicklung behinderte Mensch eine gesunde geistige Individualität besitzt, die sich aber durch Störungen im Seelischen und Leiblichen nicht adäquat ausdrücken kann. Aus der ganzheitlichen Betrachtung nach Leib, Seele und Geist leiten sich alle notwendigen heilpädagogischen und therapeutischen Maßnahmen ab.
      Es ist zu hoffen,
      daß das anthroposophische Kinderheim in Friedrichshulde nichts mit dem
      ursprünglichen Kinderheim, das 1945 in Hoisdorf, Kreis Stormarn entstand und
      dann im Jahre 1952 nach Schenefeld umzog gemeinsam hat. Ursprünglich war das
      Heim eine Unterflucht für Flüchtlingskinder aus dem Osten. Die meisten waren
      Waisen, aber manche waren von ihren Eltern auf der Flucht getrennt worden. Das
      Heim war in der ehemaligen Jugendherberge in Hoisdorf untergebracht. Das Gebäude
      war von Anfang an nicht für menschliche Behausung geeignet. Die sanitären
      Einrichtungen waren bestenfalls primitiv. Die Heimleiterin, Frau Woite, hatte
      das Haus aus reiner Barmherzigkeit für die Waisenkinder geöffnet, ohne Bezahlung
      vom Kreis Stormarn. Sie war auf Spenden aus dem Dorf und von einer schwedischen
      Hilfsorganisation angewiesen. Die Zöglinge mußten einen aktiven Beitrag zur
      Unterhaltung des Heimes leisten, d.h. Hausarbeiten und Gartenarbeiten. Später
      bot der Kreis Frau Woite einen recht niedrigen Tagessatz für die Kinder an und
      gab ihr volles Vormundschaftsrecht über sie. Das Heim war rechtlich ein
      Privatheim, für welches Frau Woite eine Geschäftssteuer zahlen mußte. Sie nannte
      aber das Heim "Kreiskinderheim", obwohl das Jugendamt des Kreises es nie
      inspizierte. Frau Woite "erzog" die Kinder im Sinne Rudolf Steiners mit voller
      Unterstützung der Christengemeinschaft. Es ergab sich, daß der Kreis ihr mehr
      und geistig behinderte Kinder schickte, für die sie weder Fachkenntnisse noch
      das Personal hatte. Die Volksschule in Hoisdorf lehnte es nach einiger Zeit ab,
      ihre Zöglinge zu unterrichten, weil sie den Schulbetrieb störten. Im Jahre 1951
      lebten zwischen 80 und 100 Kinder in dem Haus. Es gab kein ausgebildetes
      Personal, aber die Anthroposophie wurde zunehmend betont. Man sprach viel von
      Seelenpflegebedürfnis, aber die Realität war ganz das Gegenteil. Man kann also
      nicht davon reden, daß in dem "Kreiskinderheim" Sozalpädagogik praktiziert
      wurde. Im Jahre 1952 erwarb die Christengmeinschaft das Landhaus des Gutes
      Friedrichshulde bei Schenefeld, und Frau Woite zog mit ihren Schützlingen
      dorthin. Sie versprach daß von nun an alles besser sein würde: Zentralheizung,
      Duschanlagen, fließend heißes Wasser. Nichts änderte sich. Das Landhaus mag wohl
      ein idealer Sitz für einen Gutsherrn gewesen sein, aber es war in keiner Weise
      als Kinderheim geeignet. Es gab jetzt noch mehr geistig behinderte und gestörte
      Kinder, aber kein Fachpersonal. Die sanitären Einrichtungen waren katastrophal.
      Die Volksschule in Schenefeld schickte Kinder zurück ins Heim weil sie dreckig
      und zerlumpt waren. Es scheint, daß die Christengemeinschaft nach einiger Zeit
      das Heim, so wie es von Frau Woite verwaltet wurde, aufgab. Man kann dem neuen
      Träger nur alles Gute wünschen, aber es muß doch anerkannt werden, daß Frau
      Woite und einige ihrer Mitarbeiter unheilbaren seelischen Schaden an ihren
      Schutzbefohlenen angerichtetet haben.
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