Plau am See, Kinderheim Plau

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      Hallo zusammen

      Ich bin auch ein Kind von Plau am see von 1987-1989.War keine angenehme Zeit.
      Hab vielleicht jemanden aus meiner Gruppe von Herrn Kuhlow u. Frau Köhler hier gefunden hab ihn schon angeschrieben.Letzte Aktivitäten sind auch schon länger her.
      Kann man irgendwie noch anders kontakt zur person aufnehmen.

      mfg.
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      Hallo zusammen....

      Falls noch einer von euch ...überlebt...hat... :D

      Bin Jahrgang 75-77 im "Berliner Bär" Plau am See

      Meine Gruppenleiter waren Herr Schulz und Frau Nissler, Heimleiter Herr Stanek und Klassenlehrer Herr Wegner.

      Würde mich freuen, ehemalige "Leidensgenossen" wiederzufinden.
      @vdo9999

      mein Bruder Hanno G. war in der Zeit 1986/1987 da. Er hat sich nie negativ über das Heim geäußert. Ich habe ihn damals mit meinen Eltern besucht. Er habe sich auch um die Kleinen gekümmert, was ihn Spaß gemacht habe. Erst die anschließenden Monate bzw.. Jahre im Jugendwerkhof haben ihn geschadet, er wollte da nicht hin und nahm dies meinem Vater sehr übel. Da habe er viel arbeiten müssen. Leider wohnt mein Bruder nun mit 46 Jahren erneut in einem Heim.

      viele Grüße

      TomTomTom
      Einen guten Tag an alle, die sich auch noch bis heute an ihre Tage in dem DDR-Kinderheim „Berliner Bär“ am Plauer See erinnern können oder müssen.

      Ich bin gerade zufällig beim Surfen im Internet auf dieses Forum gestoßen, habe mich als „Bartel“ mit dem Status „Anfänger“ schnell einmal angemeldet, damit auch ich meine Erlebnisse in diesem Heim
      mitteilen kann.

      Das ist zwar alles sehr lange her. Ich bin inzwischen (seit neulich schon 70 Jahre alt), heiße gar nicht wirklich „Bartel“ und lebe schon viele Jahre
      und tausende km von Deutschland entfernt in Südostasien.

      Aber einige sehr unangenehme und schmerzliche Erfahrungen an mein
      kpl. Schuljahr der 8. Klasse in dieser Einrichtung (1963/64) hängen mir
      bis heute noch nach.
      Wegen „Lappalien“ ;( – heute würde man sie pubertäre Jugendsünden nennen – u.a. Rauchen, Schulschwänzen und dergleichen, hatte mich meine
      damals diesbezüglich hilflose Mutter durch die DDR Jugendhilfe
      „zur Besserung“ in ein Heim schaffen lassen. Nach 2, 3 Tagen im Berliner
      Durchgangsheim wurde ich von denen dann in den Plauer „Berliner Bären“ verfrachtet.

      Zu diesem Zeitpunkt war dieser Laden noch so organisiert, dass der dort
      angegliederte Schulbetrieb mit dem Abschluss der 8. Klasse endete.
      Meinen damaligen Klassenlehrer, einen Herrn Krohn, habe ich als einzig positive Figur in diesem ganzen Trauerspel im Gedächtnis.
      Das war noch ein wirklich wohlmeinender, guter Pädagoge, der all seinen höchst verschiedenen(!) Schäfchen gerecht werden konnte, ohne seinen Lehrstoff mit übermäßiger Strenge zu pauken.

      Als viel schlimmer empfand ich den dort normalen übrigen Tagesablauf!

      Als Neuling in dieser letzten Gruppe - darunter noch 16-jährige (Sitzenbleiber) - war ich in der da herrschenden Hierarchie ganz weit unten. Es galt das Gesetz der gnadenlos Stärkeren. Und diese interne Hackordnung wurde von der damals amtierenden Heimleitung nicht nur geduldet, sondern ganz offensichtlich bewusst als Mittel zur Selbstdisziplinierung
      ihrer Heiminsassen eingesetzt.

      Z.B. hingen im Flur an einer Wandtafel Monatsübersichten, in die der Erzieher täglich
      jedem Zögling eine Verhaltensnote eintrug. In meinem Fall öfter auch mal
      eine „5“ - meist nämlich eine rote, so genannte Raucher-5! Dann gab es eben am Sonntag keinen Ausgang ins Kino in Plau, bzw. wurde im Wiederholungsfall das ganze 4-Mannzimmer des Delinquenten mit Sippenhaft bestraft…!

      Rechts und links dieser Schlafkammern, mit den täglich zu bohnernden Dielenböden, standen hintereinander je 2 eiserne Militärbetten. Und da bin ich dann gelegentlich drunter gekrochen, wenn mich meine Zimmergenossen mit den Bohnerbesen für meine Blödheit bestrafen durften.
      So große Kinder konnten sehr, sehr grausam sein.!

      Gegessen wurde im großen Speisesaal im Erdgeschoss, was die Heimküche ausgab.
      An den langen Tischen hatten in der Reihenfolge von Ruhm und Kraft stets die Ältesten am Tisch das Recht, als erste in der Suppe angeln zu dürfen.

      Ein paar(?) Leutchen in dieser Küche hatten Mitleid mit uns hungrigen
      Jungs.
      Wenn wir von der Arbeit in der nahegelegenen Pelztierfarm heimkamen und
      es mir gelungen war, beim Abladen des Futters für die Nerze, denen einen Fisch zu klauen, dann haben sie ihn mir gebraten.

      Fast sämtliche körperlich schweren Arbeiten zur „Verschönerung“ des
      Heimes -
      u.a. der Zaunbau ringsherum, das Planieren und Anlegen
      eines Fußballplatzes, oder Baumfällarbeiten zur Holzgewinnung
      im angrenzenden Sumpfgelände - wurden durch uns Kinder erledigt.

      Wer bei all dem nicht ohne zu murren spurte, der bekam gelegentlich auch
      Hiebe von manchen „Erziehern“, die offenbar Freude daran hatten, für sie selbst folgenlos drauf los kloppen zu dürfen.

      Fluchtversuche einiger verzweifelter Insassen wurden regelmäßig mit Glatze schneiden geahndet, wenn man diese Ausreißer wieder eingefangen hatte.
      Und/oder durch Einzelzimmer in denen ihnen das Essen von Kameraden
      "serviert" werden musste.
      Da blieb dann kein Futter übrig, es denen abzuliefern, nur Klassenkeile!

      Ich persönlich erinnere mich an einen solchen Fall, bei dem der unbelehrbare
      Bengel es vorzog, sich während seiner nächsten Flucht lieber im Plauer See
      zu ersäufen, als sich nochmals wieder einfangen zu lassen.

      Für all diese schlimmen Vorkommnisse hat sich meines Wissens bis heute
      niemand verantworten müssen. Was aus meinen damaligen Mitschülern
      geworden ist? Ich weiß es nicht.
      Ich selbst hatte Glück, der oben erwähnte Lehrer hatte mir wohl eine günstige Sozialprognose attestiert,so dass ich anschließend zum weiteren Schulbesuch nach Hause entlassen wurde.

      Falls sich durch das Lesen hier im Forum zufällig ein ehemaliger Mitinsasse
      aus dieser Zeit animiert fühlt, sich über seine Erinnerungen mit mir auszutauschen, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme per PN freuen.

      Mit freundlichen Grüßen!
      Bartel
      Hi, hier geht es ja wild zu, teils sehr emotional. Ich will keinem zu nahe treten. Ich war nicht in diesem Kinderheim. Ich recherchiere nur gerne Historisches. Kinderheim ist nicht gleich Kinderheim. Es gab Kinderheim für Kinder ohne Erziehungsberechtigte und sogenannte Kinderkurheime, die verkürzt auch Kinderheim genannt wurden und werden. Dort waren Kinder meist nur für 3 Wochen, zur Kur. Allerdings war dies für die Kinder auch kein Spaß. Sozialistische Erziehungsmethoden waren ander Tagesordnung. Und auch hier, wer brav war und nicht auffiel, der kriegte nichts davon zu spüren, nur die die aneckten, die wurden gesondert behandelt. Das hat jetzt erstmal hoffentlich nichts hiermit zu tun.

      In der Stadt Plau (am See) im Ziegeleiweg 26 (südlich von der Altstadt und dem Klüschenberg, an der ehemaligen Ziegelei im Plauer Stadtwald) steht ein Gebäude, dass ca. 1980-1995 errichtet wurde und in Openstreetmaps als "Kinderheim" markiert ist. In diesem Gebäude ist heute noch ein Kinderheim, wie Google Maps zu entnehmen ist: "DRK Kinderheim und Jugendeinrichtung". Der Vermerk bei Google Maps ist einen Kommentar mit Fotos zu verdanken, bei dem die Location markiert wurde. google.com/maps/contrib/100340…!4m3!8m2!3m1!1e1?hl=de-DE

      Weitere Infos dazu sind beim DRK zu finden:
      DRK Kreisverband Parchim e.V. - Jugendhilfeverbund
      Therapeutische Wohngruppen Plau am See
      Ziegeleiweg 26
      19395 Plau am See
      drk-parchim.de/unsere-angebote…ngruppen-plau-am-see.html

      Ich nenne dieses Kinderheim an der Ziegelei am Plauer Wald hier jetzt "Kinderheim Ziegelei", zur Unterscheidung zum Kinderheim am Plauer See.

      Meine erste Frage diesbezüglich ist nun, ob jemand in diesem "Kinderheim Ziegelei" war? Weil, das Thema dieser Diskussion ist mit diesem Kinderheim betitelt. Denn es gab noch ein weiteres, direkt am Ufer vom Plauer See, über das hier in diesem Thema schon mehrfach berichtet wurde. Dieses Diskussionsthema ist dafür leider das falsche.

      Eine weitere Frage das "Kinderheim Ziegelei" betreffend ist das Baujahr. Wurde das Gebäude noch zu DDR-Zeiten gebaut oder erst nach 1989? Wenn vor 1990, war es zu dieser Zeit bereits ein Kinderheim? War es womöglich ein Ersatz für das Kinderheim am Plauer See, dessen Gebäude zwischen ca. 1995 und 2002 abgerissen wurden?

      Das Gebäude + Standort vom Kinderheim am Plauer See ist nachweisbar in einer Postkarte.
      i.ebayimg.com/images/g/HFIAAOSwAF5UZOVx/s-l1600.jpg
      Das Kinderheim hatte den Namen "Blauer Bär", wie hier in dieser Diskussion schon erwähnt wurde. Das Kinderheim "Blauer Bär" nutzte die Gebäude vom ehemaligen Hotel Seelust, dass um ca. 1900 errichtet wurde. Nebenan (vom See aus rechts) stand das Hotel Waldheim, oder auch Seelust-Waldheim genannt, dass ebenso alt und heute als Haus Seeschlößchen von Seehotels Plau am See erhalten ist. Rückwärtig gab es ein Heizhaus, sowie den östlichen Teil vom Plauer Stadtwald. In diesem Wald das Feuchtgebiet Großes Steinkamp (Kamp = feuchte Viehweide), allerdings zu dieser Zeit wohl schon bewaldet. Der hier erwähnte Steinkampweg ist ein Feldweg und führte über die Große Steinkamp zur Chaussee in die Stadt Plau.
      In der Nähe vom Kinderheim "Blauer Bär" gab es einen Waldspielplatz (Wiese) an der Chaussee. Heute Hotel Dat Waldhus. Ist dieser Spielplatz jemanden bekannt? Wurde der Spielplatz vom Kinderheim "Blauer Bär" genutzt?

      Weitere Fragen bezüglich dem Kinderheim "Blauer Bär" wären, wie der Kontakt zu den Urlaubern und Anwohnern war. Das Kinderheim "Blauer Bär" lag ja mitten in bester Lage, direkt am See mit weitem Strand und Bademeister-Wachturm. Man möchte meinen, das Wohnen im Kinderheim "Blauer Bär" müsste reinster Urlaub gewesen sein. War es sicher nicht.

      Das wäre es erst einmal an Fragestunde meinerseits.