Hövelhof, Salvatorkolleg Klausheide

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      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg (damals „die Hölle pur!“)

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      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg (damals „die Hölle pur!“)

      Seite 1: Die schweren Leidensjahre in Klausheide

      QUELLE: http://salvatorkollegklausheide.leidenswege.retrospektive1950-1971.over-blog.de/pages/Seite_1_Die_schweren_Leidensjahre_in_Klausheide-4392521.html

      Ein Ehemaliger aus dem Salvator-Kolleg in Hövelhof-Klausheidedamals ein Heimkind im Schulalter !berichtete schon mal diesbezüglich im Jahre 2010 oder 2011 (der eigentliche Autor und das genaue Datum seines Berichts ist leider nicht festzustellen) :

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      Seite 1: Die schweren Leidensjahre in Klausheide

      Es verging nicht ein Tag [im Salvatorkolleg, in Klausheide] an dem wir nicht von den Nonnen oder Erziehern geschlagen, angeschrien, getreten oder anderswie körperlich gezüchtigt wurden. Das Schlagen mit Schlüsselbunden in der Hand und in Handschuhen gehörte genauso dazu wie der Rohrstock, Teppichklopfer, Holzast, nasse Aufnehmer, Kleiderbügel, Klobürste oder Schrubber. Hinzu kamen ellenlange Strafarbeiten, die schriftlich auszuführen waren und sehr zeitintensiv wurden, wobei monotone Sätze wie solche - "ich darf nicht böse sein" - oder dieser - "ich muss ständig sauber sein", zusätzlich zu den Hausaufgaben zu verrichten waren. Das war ein ständiges Muss. Freizeit war knapp und wurde mit solchen Strafarbeiten umgangen bzw. quasi abgeschafft. Manchmal kamen wir Kinder deshalb tagelang nicht ins Freie oder an die frische Luft. Wer trotz der vielen Einschüchterungen nicht parierte bekam obendrein Essensentzug oder Putzstrafen zugeteilt. Oftmals wurden Kinderkameraden einfach weggesperrt und man sah sie dann einige Tage oder auch Wochen nicht. Hierzu gab es extra eingerichtete Zellen die ob ihrer perfiden Bauweise fast Schall isoliert waren. Dicke bauchglasige Bausteine sperrten fast jeden Ton nach außen und innen. Wenn gar die Sonne schien wurde es dort drinnen unerträglich heiß. Ein fast perfektes Triebgefängnis welches wir in unserer Sprache "die drei Sklavenbunker" nannten. Hinter deren Mauern hörte uns niemand weinen und flehen. In meiner Zeit fielen außer mir noch viele andere Kinder den pädosexuellen Trieben der Pater und Nonnen zum Opfer. Viele Kinder mussten diesen widerlichen Triebtätern und Täterinnen zu Willen zu sein. Manchmal wurden Kinder einfach des Nachts aus ihren Bettchen geholt. Was sie durchmachten konnten wir dann - wenn sie wieder zurück gebracht wurden - ihrem stundenlangen weinen entnehmen. Ich ertappte mich dann oftmals beim aufatmen und dank beten dafür, dass ich gerade verschont war. Litt aber mit ihnen und nahm sie oft in den Arm um zu trösten.

      Ich erinnere noch sehr gut die Berichte meiner damaligen Leidensgenossen die, nach Wegschluss in Bunker und Verliese zurück in die Gemeinschaft gekehrt, über das ihnen angetane Leid und Unrecht verstört, irritiert und seelisch gestresst berichteten und die deswegen oft, sehr oft, weinten. Oft spontan und heftig. Dabei schüttelten sich ihre Körper die anfingen zu zittern und zu beben. Niemand von uns konnte sich damals diese Reaktionen erklären. Erst heute ist es mir möglich, Begriffe wie PTBS oder BTS den damaligen Zuständen dieser Kinder zuzuordnen. Zu bedenken ist zudem, dass wir Kinder unter Androhung von schlimmsten Konsequenzen und Strafen unsere Aussagen zum Missbrauch widerrufen mußten. So wie ich. Ein lieber Freund jener Zeit, der ähnliches durchmachen musste wie ich, verweigerte tagelang seine Nahrungsaufnahme. Brach ständig und wurde schließlich so dünn, dass wir alle Angst hatten er verhungert. Ich erinnere, dass er tagelang weinte. In der Schule, sprich den Klassenräumen während des Unterrichts, in den Pausen und auch während der Freizeit, wenn andere Fußball spielten oder anderen Freuden nachgingen. Dann stand er da und weinte nur. Es war das bitterlichste Weinen was ich je erlebt habe. Die Nonne reagierte auf dessen Weinen und Klagen, seine Schmerzen und sein Traurig sein wie ein Edelstahlgepanzertes Flakgeschütz. Trat ihm in die Seele als sie ihn zum Waschlappen und Muttersöhnchen stempelte. Einer, so betonte sie, der seiner Mutter nachweine und zu viel Aufmerksamkeit wolle bekäme erst recht keine. Sie spielte mit uns ein perfides Spiel in schräg klingender Tonfolge. Eine misstönige Klaviatur wie aus dem Hexenhammer der Intrigen. Die Symphonie für Abgestumpfte. Eine Partitur leidensdynamischer Maßnahmen jener Zeit, deren Auswüchse und Abarten keine Scham kannten. Denn was Muttersöhnchen durchmachen müssen weiß auch heute jeder Junge.

      Einer dieser Täter, ein Salvator Bruder im Herrn, Bruder Clemens, wurde erst viel später, also viele Jahre nach den unseren, die wir unsere Leiden in Panzerhemden durchs Leben tragen mussten - in den 70gern, von einem weltlichen Gericht wegen Kindesmissbrauch verurteilt. Viel zu spät. Die Kinder, die ihn haben aushalten müssen, ihm zu Diensten haben sein müssen, deren Seelen den Exitus erlitten hat bis heute niemand auf der Rechnung. Nicht einmal die Politik die diesen Terror an uns Kindern in den 1950 bis 1975 Jahre haben geduldet, gefördert und zugelassen.

      Zusammengerechnet erlebte ich eine Gesamtleidenszeit von 1562 Tagen netto. Ohne die Jahre der Leiden zuvor und danach. Danach war nie zu Ende. Es ging weiter. Jahr aus, Jahr ein.

      Wer so etwas an Leiden so lange Zeit durchmachen musste hat einen Seelenkollaps für alle Zeit. Aus diesem Seelentrümmerfeld eine Landschaft zu basteln, eine, in der es sich gestaltend angenehm leben lässt, war nach der Entlassung aus Klausheide dringlichst unsere Aufgabe. Gescheitert daran sind fast alle. Dabei wurde versucht zu vergessen, wurde ausgehalten, versucht sich zu verhalten, nicht aufzufallen und nichts von sich preiszugeben was das Heimkind verraten könnte. Ich habe versucht zu verstehen, versucht stehen zu bleiben, dabei zu gucken und hin zu schauen doch der Schmerz ließ das nie zu. Die Firewall schien zu funktionieren. Nun hilft sie nicht mehr - die Schleusen sind offen.

      In den Jahren versuchte ich ständig zu fliehen und Flucht ist noch heute Programm. Fliehen vor der Vergangenheit und mir. Vor meinen Erinnerungen die mich heimsuchten und mir nie vergaben. Seelenexitus perfekt. Auch, wenn ich mittlerweile begriffen habe das Flucht nicht nutzt sondern ich mich überall mit hinnehme. So hat sich mein Sosein und sich daraus resultierendes Verhalten nicht wirklich geändert. So weiß ich, es gibt keinen Platz an dem ich ruhen und noch weniger leben kann. Weiß nicht wie ich lernen kann mich aushalten.

      Was aber nutzt der Weisheit letzter Schluss, wenn man unter Schmerzen existieren muss? Das Leid kommt allzeit gekrochen. Immer dann wenn ich es am wenigsten gebrauchen kann. Das hat Methode. Es schaut vorbei. Oft nur kurz - und saugt umso heftiger - wie Energiefresser - meine letzte Reserve. Irgendwann krepiere ich deshalb. Und wenn sie plagen die Erinnerungen, an mir wie ein nassen Schwamm waschen, mich trügen und belügen erlebe ich oft sie versuchen sich auszuwaschen. Dem folgt dann eine Zeit der Leere, des sich vergeben und beschweren. Katharsis-Over-Break down. Mein Gefühl sagt - selber schuld. Mein Verstand sagt nein.

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg (damals „die Hölle pur!“)

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      Folgend auf die Fernsehdokumentation im SWR / ARD "REPORT MAINZ" - "Drangsaliert und ausgebeutet - Heimkinder klagen an", ausgestrahlt im deutschen Fernsehen am 17.09.2007, erschienen dann auch so einige diesbezügliche Leserbriefe von Betroffenen im Internet, u.a., auch dieser von einem Ehemaligen aus dem Salvator-Kolleg in Hövelhof-Klausheide :

      QUELLE: https://www.swr.de/forum/read.php?2,20750 :

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      Re: Drangsaliert und ausgebeutet: Heimkinder klagen an
      geschrieben von: »
      scuba1 [ Jg. 1943/44 ]
      Datum: 21. September 2007 11:17

      Hallo liebe ehemalige Heimkinder

      Durch einen Bekannten bin ich auf die letzte Sendung REPORT MAINZ aufmerksam gemacht worden.
      So war auch ich ein Kind das ca. 2 Jahre im Salvator-Kolleg in Klausheide, Nähe Hövelhof gewesen ist.
      Es ist mir im laufe der Jahre vieles entfallen von dem was dort in Klausheide abgelaufen ist, jedoch einige Vorkommnisse werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
      Nie vergessen werde ich einen gewissen Herrn Droste, ziviler Angestellter des Salvator-Kollegs und als Aufsichtsperson in der Halle der Firma HELLA Lippstadt ( Autoscheinwerfer, Blinker usw. )

      Wir arbeiteten am Fließband im Akkord für 5,- DM im Monat und das 8 Stunden am Tag.
      Gewisser Herr Droste war ein äußerst brutaler Schläger und was er sagte war Gesetz und niemand wagte es ihm zu widersprechen und wehe es hat mal jemand gewagt es zu tun. Er prügelte und trat solange auf den angeblichen Übeltäter ein bis dieser weinend und verkrümmt vor Schmerzen am Boden lag. Ich werde dieses Tier mein Leben lang nicht vergessen und ich bin mittlerweile auch schon 63 Jahre alt.
      Aber was sollten wir Jungen auch gegen die Allmacht eines Heims bzw. des Jugendamtes auch ausrichten? Wir hatten nur zu spuren und den Anweisungen der Nonnen, Patres, Brüder oder anderer Erziehern zu folgen und wehe wir waren nicht schnell genug.
      Hygiene wurde klein geschrieben, Duschen, einmal die Woche und Wäsche wechseln ebenso.
      Ein Arztbesuch nur unter äußersten Schmerzen, kann mich noch gut an meinen Blindarm erinnern, es hieß ich solle mich nicht so anstellen bis ich abends doch noch ins Krankenhaus nach Neuhaus gebracht wurde.
      Ein Gastpater aus China ( Name vergessen) war einige Monate als Erzieher in unserer Gruppe, er konnte nichts anderes als die Jungens mit seinem Klumpfuss zu treten und an den Haaren zu ziehen.
      Vergessen werde ich auch nicht einen Herrn Stemig, genannt „der Lange“, nur er hatte Recht ansonsten gab es Prügel.
      Nie vergessen werde ich unter anderem den Direktor des Heimes der sich an den Jungen in meinem Alter verging und dann eines Tages verschwunden war weil er abgelöst wurde. Diese Geschichte wurde verschwiegen damit nur kein Schatten auf den Orden der Salvatorianer fallen konnte.
      Auch die Nonnen dort waren nicht ohne aber darauf möchte ich hier nicht eingehen, würde den Rahmen des Forums sprengen.
      Leider sind viele Verantwortliche aus dieser Zeit schon tot denn ich würde mich heute gerne mit diesen Leuten auseinandersetzen und sie fragen wie sie darüber denken was sie uns Kindern bzw. Jugendlichen angetan haben.
      Außerdem habe ich vor dieses Heim doch noch einmal aufzusuchen um zu sehen was dort jetzt passiert und was sich geändert hat.

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      HELLA Fertigungshalle in einem westdeutschen Heim:Salvator-Kolleg, Klausheide (Hövelhof)



      http://www.heimkinder-ueberlebende.org/In-einem-Heim-internierte-Jungendliche-zur-unentlohnten-industriellen-Fliessbandarbeit_-_Zwangsarbeit_-_gezwungen_-_Muenster,-NRW,-BRD.jpg
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      Ich war von Februar 1956 bis Ostern 1959 auf allen 3 Schülergruppen und habe das alles so oder so ähnlich erlebt, auch das Hermenegildis mit dem Schlagen des Schlüsselbundes sehr großzügig war. Ich hatte bei ihr allerdings einen Stein im Brett, sie mochte das Waisenkind Reiner. Mittelgruppe war ok, Obergruppe auch, wir waren ja keine Bübchen mehr und hatten einige richtige Brecher dabei, da hätte es geknallt, wenn der Schwester Iphegenia die Hand ausgerutscht wäre.
      Einen Chinesenpater auf der Untergruppe kenn ich auch, der hatte aber keinen Klumpfuss und hieß Pater Bonnaventura.
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses

      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg (damals „die Hölle pur!“)

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      Ein relevanter kurzer Auszug aus dem langen Spiegelartikel mit dem vor 15 Jahren der nachkriegsdeutsche HEIMKINDER-SKANDAL erstmalig aufflog und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte – und somit die ganze Sache erst so richtig ins Rollen brachte.

      QUELLE: SPIEGELARTIKEL VOM 19.05.2003 IM ORIGINAL @ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27163301.html (bitte dort etwas runter scrollen)
      Printausgabe: KIRCHE: Unbarmherzige Schwestern - DER SPIEGEL 21/2003


      SOFORT WEITERGEREICHT: HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/SPIEGEL-Artikel_-_19.05.2003_-_KIRCHE_-_Unbarmherzige_Schwestern.html (bitte dort etwas runter srollen) auch bekannt als CARE-LEAVERS-SURVIVORS.ORG @ http://www.care-leavers-survivors.org/SPIEGEL-Artikel_-_19.05.2003_-_KIRCHE_-_Unbarmherzige_Schwestern.html (bitte dort etwas runter srollen)

      Hier, in diesem dem abschließenden Teil dieses Spiegelartikels, geht es um das Salvator-Kolleg in Hövelhof-Klausheide :

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      Gerald H. will endlich über diese Zeit mit den verantwortlichen Kirchenleuten sprechen. Er hofft auf eine kleine Geste der Entschuldigung, der Wiedergutmachung. Ein Bruder Martin, erinnert er sich, habe ihn und die anderen ganz besonders sadistisch gequält. Doch Bruder Martin ruht heute auf dem Friedhof des Ordens.

      Zum ersten Mal seit 33 Jahren wagte sich der Schweißer Ende März wieder in das Salvator-Haus hinein. Die Baracken, in denen er einst schuftete, sind vollkommen renoviert. Der heutige Heimleiter, Franz-Josef Vullhorst, erlaubte ihm den Zutritt nur bis zur Pforte. Bunker und Schlafräume blieben tabu, "weil wir hier immer noch Kinder haben, da kann man nicht einfach so reingehen". Vullhorst ließ sich immerhin zur Aktensuche im Archiv überreden - und förderte dabei einen nicht vernichteten Ordner zu Tage.

      Gerald H., der kurz darin blättern durfte, war fassungslos. Die Akte enthält ein Foto von ihm, als er 18 war. Es prangt auf einem Formular, auf dem fett gedruckt "Beobachtungsbogen" steht. Rund 100 Dokumente zeigen, wie nichtig damals die Gründe für seine Heimeinweisung waren. Obendrein gibt es Originale von Briefen, die er im Heim an seine Mutter schrieb, die aber offenbar von den Salvatorianer-Brüdern abgefangen wurden, ebenso liebevolle Briefe seiner Mutter, die ihm nie ausgehändigt wurden.

      Auch eine Art Gutachten seines letzten Lehrers findet sich. Der schrieb: "Wenn Gerald nun in ein gutes Milieuumfeld hineinkommt, hat er alle Chancen, ein gutes und erfolgreiches Leben zu führen."

      Gerald H. weinte, der Heimleiter guckte betreten und nahm ihm die Akte wieder ab. Er verlangte einen "ordentlichen" Antrag auf Akteneinsicht. Gerald H. stellte ihn an Ort und Stelle schriftlich.

      Am nächsten Tag wurde der Heimchef vom Hausjuristen der Caritas in Paderborn gerüffelt. Die Einsicht in die Akte "hätte nicht geschehen dürfen", sagte der fromme Advokat, "es könnte ja Negatives drinstehen". Ein paar Tage später verweigerte das Heim, beraten vom Erzbistum Paderborn, die Herausgabe der Papiere. Für Gerald begann ein langer Kampf um seine Akte.

      Der erste kurze Einblick hat bei ihm die Erinnerung an Pater Vincens befördert. Der geistliche Herr findet sich heute in Berlin. Dort ist er seit 1972 ein wohlgelittener Mann, Gefängnis- und Notfallseelsorger, mit Ehrungen überhäuft, vom Bundesverdienstkreuz bis zum Verdienstorden des Landes. Vor wenigen Monaten erst ging Pater Vincens in den Ruhestand, begleitet von freundlichen Würdigungen.

      Vor Kameras und Mikrofonen redet er immer noch gern und viel, aber nur selten darüber, was er vor seiner Berliner Zeit gemacht hat. Gerald H. traf ihn im Garten seines Alterssitzes, dem Salvatorianer-Kloster in Berlin-Lankwitz. Erst nach wiederholter Nachfrage gab der Pater zu, im
      Heim von Hövelhof gewesen zu sein. 300 schwer Erziehbare seien dort gewesen, erinnerte er sich.

      Dabei huschten, als Gerald und Pater Vincens sich gegenüberstanden, die Augen des Salvatorianers hin und her, signalisierten Erschrecken über die unverhoffte Begegnung mit der verdrängten Vergangenheit. Ein mitgebrachtes Jugendbild des ehemaligen Heimkindes wollte der Ordensmann schnell wieder abgeben. Ja, räumte er dann ein, man habe schon mal Störenfriede in einen "Besinnungsraum" gesteckt. "Aber nur kurz."

      Besinnungsraum? Oder Bunker? Gerald H. erinnerte sein Gegenüber daran, dass er sechs Wochen in dieser Isolation mit Eimer und matratzenloser Holzpritsche zubringen musste. "Das hatte ich nicht zu verantworten, und deswegen muss ich jetzt wohl das Gespräch beenden."

      Pater Vincens ließ seinen Gesprächspartner, der noch so viele Fragen an ihn hatte, einfach stehen, drehte sich um und zog sich in sein Kloster zurück. An der Pforte stockte er und rief: "Und bitte, verlassen Sie das Grundstück."

      PETER WENSIERSKI

      © SPIEGEL ONLINE 2003

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      DESWEITEREN SIEHE AUCH: http://heimkindervereinvon2003-2010.blogspot.com.au/ (bitte dort zweidrittel der Seite runterscrollen)
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      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg (damals „die Hölle pur!“)

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      Meinerseits schon mal zuvor an verschiedenen Stellen im Internet veröffentlicht Ende Dezember 2013:

      Hövelhof-Klausheide, Salvator-Kolleg

      Zwangsarbeit in der Matratzenbude

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      »SCHLARAFFIA MATRATZEN« / »RECTICEL SCHLAFKOMFORT GMBH« Schlaraffiastraße 1-10. D-44867 Bochum.

      Viele männliche Ehemalige Heimkinder West haben im Salvator-Kolleg DEREN Bekanntschaft machen müssen…
      …kennen sich sehr gut mit DENEN aus…
      …ihre wunden Finger, Hände und Handknöchel in der Herstellung von Matratzen bezeugen es…



      Bezüglich SCHLARAFFIA MATRATZEN UND IHRE ARBEITSAUSBEUTEREI und andere IHRER fragwürdigen Geschäftsmethoden.


      Die folgenden Jungen und viele Jungen mehr Jugendliche sowie auch Kinder ( unter 14 Jahren! ), wie verschiedentlich aus dem Internet ersichtlich ist – unter ihnen auch der in Deutschland ansässige britische Staatsbürger Gerald Hartford – Peter-Rheinhart Noll, Ralph Meier (ein jüdischer Zögling), Heinz-Jürgen Overfeld / Jonathan Overfeld, Manfred Maschke, Theo Schedlik, Norbert Müller, Rüdiger Eilebrecht, Ralf Liebetruth, Heiner-Herold Wassman, Heinz-Holger Högemann, Werner Frebel, Wolfgang Heider, Dieter-Matthias Henkemeier, Hermann Böckmann, Lutz Göke, Ditmar Kotter, Peter Rüth, Harry Welk, Hansi Wnuk, Ingo Eichhof, Klaus Eder, Peter Wollmann, Heinz-Walter Brüggemann, Paul Kloppenburg, Bernd Mazanec, Reiner Mazanec, Waldemar Möller – mussten in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren im katholischen Salvator Kolleg in Hövelhof-Klausheide ( Klausheide-Hövelhof ) ( bei Paderborn ) unentlohnte Zwangsarbeit leisten.

      Peter-Reinhard Noll, z.B., berichtet ( Fr. 4. Juni 2011 ) in seinem Blog »SALVATOR KOLLEG KINDERLEID RETROSPEKTIVE 1950-1971« ( »Blog der Interessengemeinschaft ehemaliger Klausheidekinder« ) @ http://salvatorkollegklausheide.leidenswege.retrospektive1950-1971.over-blog.de/5-index.html, in Bezug auf das katholische Salvator-Kolleg in Klausheide ( Klausheide-Hövelhof ) ( bei Paderborn ), Zwangsarbeitsähnliches Akkordarbeiten in Lampenhalle [ für Hella und für die Wolfsburger Volkswagenwerke ] und Matratzenbude [ für SCHLARAFFIA MATRATZEN ] war Pflichtprogramm.
      Dieser Bericht – DORT – ist ebenso begleitet von 27 Kommentaren auch anderer weiterer damaliger Heimzöglinge aus dem katholischen Salvator Kolleg Klausheide ( Klausheide-Hövelhof ) ( bei Paderborn ).
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      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.
      Eingefahren im Salvator Kolleg ( Aufnahmegruppe ) im Oktober 1963 ... bei Herrn Thome !
      Nach der Aufnahmegruppe - Mittelgruppe und Matratzenhölle ... ( Record 1964 ... 40 Matrazen gedreht - natürlich für Schlafglück )
      Ab April 1964 Obergruppe bei Bruder Vinzens und Schweißerkurs DSV ( 5 Monate ) in Schlosserei ... Fussballmeister ab 1964 mit der Obergruppe.

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      "Desweiteren bestreitet der Orden der Salvatorianer, dass es neben den Bestrafungszellen (Bunkern) im Hochparterre der Anstalt – Salvator Kolleg Hövelhof in Klausheide – auch Holzverschläge im Kellergewölbe des Heims gab. Wir haben den Verdacht, dass der kleine Georg in einem dieser Holzverschläge erschlagen wurde. Wir sind dringend auf der Suche nach Zeugen, die (1.) einen Georg in der Gruppe von Pater Ignatius kannten und (2.) die Existenz dieser Katakomben-Verschläge bestätigen können."

      Hallo Martin, ich habe das gerade erst gefunden. Es ist richtig, dass es diese Verschläge im Kellergewölbe gab. Wir als Schüler hatten dort nur Zutritt, wenn wir in einem finsteren Raum dort unten Kartoffeln schälen mussten. Ich kann mich gut an diese Verschläge erinnern, weil ich manchmal, statt zur Toilette dort rumgeschaut habe. Es waren etwa 10 dieser verbretterten Verschläge, abgeschlossen. Dort wurde aller möglicher Gerümpel gelagert, der eine oder andere Raum dort war auch leer. Ich war von 1956-59 dort, auf den 3 Schülergruppen. Wenn dort unten irgend welche Schweiereien passiert sind, dann wird man dafür gesorgt haben, das es keine unliebsame Zeugen gab. Wenn ich ein Foto von Georg hätte, wüsste ich vielleicht wer er war.
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses

      mbugu wrote:

      Kann man auf diese alte Geschichte nicht einen Journalisten aufmerksam machen, der die Zeit und bei Interesse an diesem Thema sicher mehr Recherchemnöglichkeiten hätte?

      Nein denn sie sind bis auf ganz wenige Ausnahmen dem System also der CDU oder der SPD oder den Kirchen verpflichet in deren Besitz, meist über verschachtelte Beteiligungen oder ganz Offen "Neue Wsetfälische (zu 100% SPD-Besitz) sie sind. Sie haben kein Interesse daran sich selbst ins Knie zu schiessen.
      Es ist tatsächliche Systempresse was wir hier haben, allles andere sind naive Betrachtungen für das Gutmenschenvolk. An der echten Aufarbeitung von Heimkinderschicksalen ist niemand mehr interessiert.
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