Demmin

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      Hallo , ich kam im April 64 nach Demmin. Ich sollte nur 14 Tage da bleiben , aber daraus wurden dann 6 Wochen. Es wurde auch Klein Torgau genannt. Dort herrschte ein strenges Regiment.
      Tagsüber mußten wir auf dem Acker Mist im Laufschritt vom Hänger forken und nach 3 Tagen waren die Hände nur noch rohes Fleisch. Die Hände wurden nicht versorgt und man mußte so weiterarbeiten . Wenn es zum Essen die Treppe runter ging durfte die eine Stufe nicht knarren, sonst wurde solange geübt , bis es klappte. Die Zeit wurde dann vom Essen abgezogen . Jeden Abend wurde Aktuelle Kamera geguckt und einer mußte den Inhalt wieder geben.Fußbekleidung waren Holzpantoffeln, die waren auf dem gepflastertem Gelände weit zu hören.
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      Daran erinnere ich mich auch noch, an die Holzpantinen und die schwere Arbeit auf dem Acker. Ich war von Mai 69 bis Dezember 69 in Demmin. Es war die Vorstufe zur Hölle, so habe ich es jedenfalls empfunden.
      Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht,ehe sie ihn gebrochen haben. (Oscar Wilde)
      Das "Durchgangsheim" Demmin...war so ziemlich das Schlimmste was man sich vorstellen kann, wenn es je eine Aufarbeitung der DDR Vergangenheit gegeben hätte, würden einige der "Betreuer" und die Heimleitung ganz sicher wegen Kindesmisshandlung zu Verantwortung gezogen worden sein.

      Hohe Mauern mit Stacheldraht, das große schwarze Stahltor, alle Fenster vergittert, der Schlafsaal mit dem bestialischen Gestank des Fäkalieneimers ... ich war gerade 8 Jahre alt (und damit nicht das jüngste Kind) und bin nur immer von der Hölle des Elternhauses geflohen....und wurde dort behandelt, wie man keinen erwachsenen Verbrecher bestraft.

      Demmin war ein sozialistisches Kinder-KZ , als etwas anderes kann man es nicht bezeichnen.