Sticky Alltagsgeschichten

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      Die Flamme geht jetzt in eine Höhe von fast zwei Metern über. Für Nico das Erlebnis schlechthin. Eva wird eifersüchtig. Immer mehr Holz wird angeschleppt und ich traue meinen Augen kaum, obwohl es ab einem Umkreis von zwei Metern stockdunkel ist, er hat etliche Stangen unter dem Arm, die sehr verdächtig gerade und wohl geformt ausschauen. Ich will ihm leise zurufen, weil die Nachbarn könnten schon schlafen, das ginge aber nicht, einfach die Tomaten- und Bohnenstangen unserer Nachbarin für seinen pyromanischen Anfall zu opfern. Aber ich erstarre im Satze, weil vielleicht die Nachbarin merkt das am nächsten Tag nicht, auch weil sie etwas schlecht sieht, und außerdem will ich meinem Söhnchen seinen Spaß nicht so brutal verderben.
      Der hohe Holunderstrauch über der Feuersbrunst ist endgültig hinüber, er wird die nächsten zehn sich wohl kaum wieder erholen. Er wir sich überhaupt nicht wieder erholen, weil das ist sicherlich nicht unser letztes Grillfest. Außerdem steh' ich nicht auf Holunderbeeren, zu süß, und Holunderwein, da wird einem schnell schlecht.
      Als Nico vier Jahre alt war, hat es bei uns mal in der Nahe gebrannt. Eine Rasenmäherfirma, mit Namen Wolff, stand in hellen Flammen. Wie haben es vom Balkon oben beobachtet, sozusagen, von der Logenreihe aus. Das war ein Knacken und prasseln. Die Nacht war hell erleuchtet und meine Kinder, Nico auf meinen Schultern und Sebastian an meiner rechten Hand starrten mit hochglänzenden Augen, also ich, und hochglänzenden Äuglein, also meine Kinder, auf dieses seltene Schauspiel. Nico meinte, wir könnten doch da hingehen, hautnah alles erleben. Nein, sage ich wir wollen ja keine Gaffer sein und außerdem der gesamten Feuerwehr Südbadens den Weg versperren. Das wurde eingesehen, wobei Nico meinte: Papa, wir könnten doch am nächsten Tag mal wieder grillen, mit viel Holz und Kohle.
      Am nächsten Tag sind wir dann doch runtergegangen zum Brandplatz. Es war nur noch ein leicht schwelendes aber restlos zerstörtes Rasenmäherareal vorzufinden. Sebastian beurteilt die Sachlage so: Gell, der Feuerwehr sei das Wasser ausgegangen. Denke ich auch, meine ich, oder es sei schon Feierabend für die Feuerwehrleute gewesen.
      Wohltätig ist des Feuer's Macht, wenn sie der Mensch beherrscht, bewacht.
      Nico tat beides, vielleicht beherrschte er mehr, als daß er bewachte. Aber Eva und ich waren ja auch noch da. Sie meinte, ob sie noch das zweite Tofuküchlein haben könne, ihr hungre wieder. Ha, meint Nico, das sei schon vor drei Stunden in den Flammen umgekommen. Gut, meint sie, dann vielleicht ein kleines Kartöffelchen? Kartoffeln seien vegetarischer und sogar veganischer Natur, sagt sie mit kennerischem Wissen.
      Ich ziehe unter Lebensgefahr drei in Alupapier gehüllte Etwasse aus den wütenden, nach mir zuckenden und schnappenden Feuerzungen heraus. Da kommt einem in den Sinn, daß eine Flamme doch ein gewisses Innenleben hat und sich die Nahrung von außen her krallt. Manchmal, gerade wenn es Nacht ist, tanzen da kleine freche Feuerdämonen herum. Man kann sie sich wirklich bei intensiver Betrachtung vorstellen. Wenn man dabei noch einschläft, kann man den einen oder anderen persönlich kennenlernen.
      Jedenfalls drücke ich zur Vorsicht auf die Alugebilde, die die Kartoffeln enthalten sollen, es pufft nur und schwarzer Staub quillt hervor. Arme Eva. Kartoffelsalat ist alle, wie alles andere auch. Ich hege den Verdacht, daß Nico auch diese guten Dinge zur Aufrechterhaltung des Feuerflusses verwendet hat, indes, mir fehlen die Beweise.
      Das Brennmaterial wird langsam alle. Nico schielt zum dicken Stamme des Kirschbaumes hin und meint, es wäre an der Zeit, daß ich mir mal ne Motorsäge zulege. Im Leben nicht, sage ich.
      Gegen zwei Uhr nachts fängt es wieder an zu qualmen. Er rupft doch tatsächlich das Gras vom Rasen herunter und da es halbwegs grün ist, tut alles wieder sichtversperrend wirken. In der Nacht kann allerdings das nicht von Belang sein.


      Letzter Teil in Bälde
      Die Flamme geht jetzt in eine Höhe von fast zwei Metern über. Für Nico das Erlebnis schlechthin. Eva wird eifersüchtig. Immer mehr Holz wird angeschleppt und ich traue meinen Augen kaum, obwohl es ab einem Umkreis von zwei Metern stockdunkel ist, er hat etliche Stangen unter dem Arm, die sehr verdächtig gerade und wohl geformt ausschauen. Ich will ihm leise zurufen, weil die Nachbarn könnten schon schlafen, das ginge aber nicht, einfach die Tomaten- und Bohnenstangen unserer Nachbarin für seinen pyromanischen Anfall zu opfern. Aber ich erstarre im Satze, weil vielleicht die Nachbarin merkt das am nächsten Tag nicht, auch weil sie etwas schlecht sieht, und außerdem will ich meinem Söhnchen seinen Spaß nicht so brutal verderben.
      Der hohe Holunderstrauch über der Feuersbrunst ist endgültig hinüber, er wird die nächsten zehn sich wohl kaum wieder erholen. Er wir sich überhaupt nicht wieder erholen, weil das ist sicherlich nicht unser letztes Grillfest. Außerdem steh' ich nicht auf Holunderbeeren, zu süß, und Holunderwein, da wird einem schnell schlecht.
      Als Nico vier Jahre alt war, hat es bei uns mal in der Nahe gebrannt. Eine Rasenmäherfirma, mit Namen Wolff, stand in hellen Flammen. Wie haben es vom Balkon oben beobachtet, sozusagen, von der Logenreihe aus. Das war ein Knacken und prasseln. Die Nacht war hell erleuchtet und meine Kinder, Nico auf meinen Schultern und Sebastian an meiner rechten Hand starrten mit hochglänzenden Augen, also ich, und hochglänzenden Äuglein, also meine Kinder, auf dieses seltene Schauspiel. Nico meinte, wir könnten doch da hingehen, hautnah alles erleben. Nein, sage ich wir wollen ja keine Gaffer sein und außerdem der gesamten Feuerwehr Südbadens den Weg versperren. Das wurde eingesehen, wobei Nico meinte: Papa, wir könnten doch am nächsten Tag mal wieder grillen, mit viel Holz und Kohle.
      Am nächsten Tag sind wir dann doch runtergegangen zum Brandplatz. Es war nur noch ein leicht schwelendes aber restlos zerstörtes Rasenmäherareal vorzufinden. Sebastian beurteilt die Sachlage so: Gell, der Feuerwehr sei das Wasser ausgegangen. Denke ich auch, meine ich, oder es sei schon Feierabend für die Feuerwehrleute gewesen.
      Wohltätig ist des Feuer's Macht, wenn sie der Mensch beherrscht, bewacht.
      Nico tat beides, vielleicht beherrschte er mehr, als daß er bewachte. Aber Eva und ich waren ja auch noch da. Sie meinte, ob sie noch das zweite Tofuküchlein haben könne, ihr hungre wieder. Ha, meint Nico, das sei schon vor drei Stunden in den Flammen umgekommen. Gut, meint sie, dann vielleicht ein kleines Kartöffelchen? Kartoffeln seien vegetarischer und sogar veganischer Natur, sagt sie mit kennerischem Wissen.
      Ich ziehe unter Lebensgefahr drei in Alupapier gehüllte Etwasse aus den wütenden, nach mir zuckenden und schnappenden Feuerzungen heraus. Da kommt einem in den Sinn, daß eine Flamme doch ein gewisses Innenleben hat und sich die Nahrung von außen her krallt. Manchmal, gerade wenn es Nacht ist, tanzen da kleine freche Feuerdämonen herum. Man kann sie sich wirklich bei intensiver Betrachtung vorstellen. Wenn man dabei noch einschläft, kann man den einen oder anderen persönlich kennenlernen.
      Jedenfalls drücke ich zur Vorsicht auf die Alugebilde, die die Kartoffeln enthalten sollen, es pufft nur und schwarzer Staub quillt hervor. Arme Eva. Kartoffelsalat ist alle, wie alles andere auch. Ich hege den Verdacht, daß Nico auch diese guten Dinge zur Aufrechterhaltung des Feuerflusses verwendet hat, indes, mir fehlen die Beweise.
      Das Brennmaterial wird langsam alle. Nico schielt zum dicken Stamme des Kirschbaumes hin und meint, es wäre an der Zeit, daß ich mir mal ne Motorsäge zulege. Im Leben nicht, sage ich.
      Gegen zwei Uhr nachts fängt es wieder an zu qualmen. Er rupft doch tatsächlich das Gras vom Rasen herunter und da es halbwegs grün ist, tut alles wieder sichtversperrend wirken. In der Nacht kann allerdings das nicht von Belang sein.


      Letzter Teil in Bälde
      Es ist nun wirklich nichts mehr zum verbrennen da. Die Flamme erlischt langsam, dafür hat die Rauchentwicklung seinen Höhepunkt erreicht. Nico will sich die Leiter aus dem Schuppen holen, um sie an den Kirschbaum anzustellen, da oben seien noch beträchtlich viele Äste und Zweige, die noch abgesprengt ( Er drückt sich bisweilen etwas deftig aus ), sein wollen. Die sind nun aber doch zu dick, sage ich ihm und die Säge hätte ich irgendwo verlegt. Nicht die Motorsäge, die hab ich ja nicht. Die Handsäge habe ich natürlich nicht verlegt, ich weiß, wo die ist, aber das sage ich ihm auch nicht. Den Schlüssel für den Schuppen, ja, der sei auch irgendwo, nur wo? Ich überlege mit gerunzelter Stirn und stelle dicke Fragezeichen in die Landschaft. Mir fällt ein, daß er das bei dieser Finsternis nicht sehen kann und stelle diese Zeichen rein akustisch in die nächtliche Stille.
      Die Romantik einer sternklaren Nacht, der Mond mit seinem gleisenden Schein, der schon unwirklich, ja fast aufdringlich auf seine Schönheit aufmerksam machen will. Das Lichtermeer der unzähligen Sterne und das Raunen der weit entfernten Galaxien vereinen das in einer Symphonie des Staunens, des Träumens, der Philosophie und Physik. Man kommt sich klein und nichtig vor.
      Und doch ist es der Mensch,der dies fühlt und darüber nachdenken kann. Er allein kann beobachten und ausdrücken, was ihn innerlich bewegt, wie überwältigend und wunderbar die Natur ist. Und dann ist er nicht mehr klein und nichtig, weil er der einzige ist, der diese Aussage machen kann.
      Denn das eigentliche Wunder ist er, der Mensch. Wenn es ihn nicht gäbe, wer könnte sonst ein Urteil abgeben? Die Natur braucht den Menschen, weil er ihr ein wenig schmeicheln kann.
      Das Bild dieser Nacht wird langsam getrübt durch einen unbändig nach allen Seiten und nach oben strebenden Rauch. Frau Luna gibt sich die Ehre und der tobende Reigen der Fixsterne und Milchstraßen erlischt im vernichtenden Aschedampf. ( Natürlich ist das kein Dampf, aber es ist dichterischer )
      Nico ist ein Mann der Praxis, die Nacht ist nicht nur zum Schlafen da, sondern hauptsächlich zum Feiern und zum besagten Grillen.
      Es ist gegen halbvier morgens und Eva und ich drängen zum Aufbruch. Nico will das Feuer widerwillig löschen, geht aber nicht. Der Gartenschlauch sei defekt, sage ich, was natürlich auch nicht stimmt. Ich habe nur ca. 20m Wegstrecke zu bewältigen, also zum Bett. Die Beiden etwas mehr, sie sind mit dem Fahrrad da.
      Ich schaue den Beiden nach, wie sie in der Ferne verschwinden. Nico's Rücklicht brennt nicht, das hat bei ihm noch nie getan, bei mir auch nicht.
      Dann liege ich im Bett und sage mir, so einen wunderschönen Grillabend sollte man alsbald wiederholen, wenn's geht, noch vor Wintereinbruch.
      Am nächsten morgen, will heißen, am frühen Nachmittag, schaue ich mir die Stätte unseres Wirkens an. Der Grill glüht immer noch und die Spuren des ausgelassenen Treiben's, dafür ist morgen noch Zeit.
      Meine Nachbarin meinte noch beim Anblick meines Garten's, gell, da seien die Heuschrecken darüber hergefallen, sie scherzt sehr gerne. Ja, meine ich, die ganz schwarzen, die Feuerheuschrecken. Sie lacht etwas gezwungen, als hätte sie Nacht nicht besonders gut geschlafen.
      Es ist nun wirklich nichts mehr zum verbrennen da. Die Flamme erlischt langsam, dafür hat die Rauchentwicklung seinen Höhepunkt erreicht. Nico will sich die Leiter aus dem Schuppen holen, um sie an den Kirschbaum anzustellen, da oben seien noch beträchtlich viele Äste und Zweige, die noch abgesprengt ( Er drückt sich bisweilen etwas deftig aus ), sein wollen. Die sind nun aber doch zu dick, sage ich ihm und die Säge hätte ich irgendwo verlegt. Nicht die Motorsäge, die hab ich ja nicht. Die Handsäge habe ich natürlich nicht verlegt, ich weiß, wo die ist, aber das sage ich ihm auch nicht. Den Schlüssel für den Schuppen, ja, der sei auch irgendwo, nur wo? Ich überlege mit gerunzelter Stirn und stelle dicke Fragezeichen in die Landschaft. Mir fällt ein, daß er das bei dieser Finsternis nicht sehen kann und stelle diese Zeichen rein akustisch in die nächtliche Stille.
      Die Romantik einer sternklaren Nacht, der Mond mit seinem gleisenden Schein, der schon unwirklich, ja fast aufdringlich auf seine Schönheit aufmerksam machen will. Das Lichtermeer der unzähligen Sterne und das Raunen der weit entfernten Galaxien vereinen das in einer Symphonie des Staunens, des Träumens, der Philosophie und Physik. Man kommt sich klein und nichtig vor.
      Und doch ist es der Mensch,der dies fühlt und darüber nachdenken kann. Er allein kann beobachten und ausdrücken, was ihn innerlich bewegt, wie überwältigend und wunderbar die Natur ist. Und dann ist er nicht mehr klein und nichtig, weil er der einzige ist, der diese Aussage machen kann.
      Denn das eigentliche Wunder ist er, der Mensch. Wenn es ihn nicht gäbe, wer könnte sonst ein Urteil abgeben? Die Natur braucht den Menschen, weil er ihr ein wenig schmeicheln kann.
      Das Bild dieser Nacht wird langsam getrübt durch einen unbändig nach allen Seiten und nach oben strebenden Rauch. Frau Luna gibt sich die Ehre und der tobende Reigen der Fixsterne und Milchstraßen erlischt im vernichtenden Aschedampf. ( Natürlich ist das kein Dampf, aber es ist dichterischer )
      Nico ist ein Mann der Praxis, die Nacht ist nicht nur zum Schlafen da, sondern hauptsächlich zum Feiern und zum besagten Grillen.
      Es ist gegen halbvier morgens und Eva und ich drängen zum Aufbruch. Nico will das Feuer widerwillig löschen, geht aber nicht. Der Gartenschlauch sei defekt, sage ich, was natürlich auch nicht stimmt. Ich habe nur ca. 20m Wegstrecke zu bewältigen, also zum Bett. Die Beiden etwas mehr, sie sind mit dem Fahrrad da.
      Ich schaue den Beiden nach, wie sie in der Ferne verschwinden. Nico's Rücklicht brennt nicht, das hat bei ihm noch nie getan, bei mir auch nicht.
      Dann liege ich im Bett und sage mir, so einen wunderschönen Grillabend sollte man alsbald wiederholen, wenn's geht, noch vor Wintereinbruch.
      Am nächsten morgen, will heißen, am frühen Nachmittag, schaue ich mir die Stätte unseres Wirkens an. Der Grill glüht immer noch und die Spuren des ausgelassenen Treiben's, dafür ist morgen noch Zeit.
      Meine Nachbarin meinte noch beim Anblick meines Garten's, gell, da seien die Heuschrecken darüber hergefallen, sie scherzt sehr gerne. Ja, meine ich, die ganz schwarzen, die Feuerheuschrecken. Sie lacht etwas gezwungen, als hätte sie Nacht nicht besonders gut geschlafen.
      Mein Geburtstagsfest bei Christel


      Am 9. Juni, welcher ein Montag war, hatte ich, wie jedes Jahr, Geburtstag. Natürlich war es nicht
      jedes Mal ein Montag, aber heuer war's so.
      An diesem Tag war ich allerdings unterwegs auf Deutschland's Straßen.
      Es gab oder gibt da eine Sendung, die heißt: Deutschland ist schön. Dieser Aussage kann ich nur zustimmen, vor allen in Deutschland's Staus, bei den abwechlungsreichen und kurzweiligen Verkehrsunfällen, in den Baustellen, wo Deutschland noch schöner gemacht wird, dem atemberaubenden Anblick auf seinen Alpen und Mittelgebirgen, wo man den Zauber der Landschaft so richtig genießen kann, weil man mit dem Laster im Schnee stecken geblieben ist. Deutschland's schmucke Gesetzesvertreter, die hinter jedem Strauch und Baum lauern, um sich zu zeigen. Adrett gekleidet sind sie schon, ihr Outfit ist stets auf neuestem Stand und sie schauen immer kerngesund und unternehmungslustig daraus heraus. Natürlich muß das alles finanziert sein und so gebe ich ab und zu meinen Obulus gerne dafür her. Mein entspr. Quittungsordner, ich sammle die alle, ist mein vollster Ordner, noch völler als der, mit den Zahlungserinnerungen und Gerichtsbescheiden. Finanzamtsangelegenheiten belegen zwei Ordner, der Ordner, wo ich die Post immer sofort nach Erhalt aufmache, enthält genau zwei Blätter.
      Ich schweife wieder mal ab. Jedenfalls ist die Woche gelaufen und ... erreich' mein Haus mit Müh' und Not, in meinen Armen, das... Nun, jeder kennt ja Goethes Glocke.
      Ich leg' Sack und Pack ab, esse was, zum Duschen habe ich die Kraft nicht mehr, wozu auch, unter der Woche tue ich das ja auch nicht, da kommt es auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an.
      Mit letzter und auslaufender Energie setze ich mich vor den PC, den Anmachknopf muß ich mit beiden Daumen drücken und gebe Christel kund, ich sei wieder im Lande. Sie hat immer ganz gerne, wenn ich mich melde und daß ich noch gesund sei, man weiß ja nie, was innert einer Woche so passieren kann. Sie ist schon lieb, die Kleine, also die Christel.
      Sie fragt an, ob ich Lust hätte, am nächsten Tag zu ihr zu kommen. Ich überlege geziemend lange, weil der Anstand verlangt, daß man nicht so tut, als hätte man nichts besseres vor oder zu tun und warte nur darauf, eingeladen zu werden. Nach einigen Hmms...und blättern im Terminkalender, ich habe gar keinen, ich nehm' nur ein oder zwei DINA 4- Blätter und fahre mit dem Daumen über die Seitenränder, das erweckt den Eindruck als ob, sage ich zu. Ich frage, um welche Urzeit, weil ich habe ja nicht den ganzen Samstag Zeit, was aber nicht stimmt, ich wüßte nicht, zu was ich sonst noch Zeit haben sollte.
      Um ganz ehrlich zu sein, ich habe schon eine Vorahnung, warum Christel mich zu sich zitiert: Der Geburtstag, also meiner, ist der Grund mit 99%iger Sicherheit. Sie hat mich mal vor Wochen gefragt, was denn so mein Lieblingskuchen sei, worauf ich spontan antwortete, es sei die Schwarzwälder Kirschtorte. Mit Linzer Torte, das ist überhaupt keine Torte und die schmeckt wie diese Bahlzenkekse mit etwas Himbeerkernmarmelade draufgeschmiert, könne sie mich bis ans Ende der Welt jagen. Johannisbeerkuchen sei auch nicht mein Geschmack, weil der ist so sauer, daß man diese Früchte auch pur essen kann, ohne Teig, da hilft auch keine Wagenladung Zucker mehr. Und dann diese Kerne, wieso man die Beeren nicht vorher entkernen könne. Da kriegt dann Christel wieder so einen Blick, daß einem das Wort im Halse gefrieren möchte. Sehr schön, meint sie da, sie mächte für mich mal solch eine Torte.
      Ich meine, ich bin ja nicht so blöd, um nicht zu erkennen, daß sie da meinen Geburtstag im Sinn hat. Ich tue so, als sei ich ahnungslos und mein Gesichtsausdruck ist da wirklich wie geschaffen dazu. Ich glaube, sie hat nichts geahnt, daß ich es ahnen tue.
      Im Nachhinein denke ich, daß sie schon ahnte, daß ich es ahnen würde, sie aber so tat, als ahnte sie nicht, daß ich es...Mein Gott, ist ja schon gut.
      Jedenfalls ist sie auch nicht viel blöder als ich, was man nicht zu glauben vermag. Frauen stehen, meine ich sogar, behaupten zu können, in gar nicht so arg vielen Sachen hintenan. Gut, man weiß ja, daß Frauen sich nur Zahlen bis zur Höhe ihres Alter's vorstellen können, und noch nicht mal das, manche geben eine viel kleinere Zahl bzgl. ihres Alter's an, weil die so hoch ist, daß sie da gewisse Vorstellungsschwierigkeiten haben. Und das nennen sie dann das Vertuschen des wahren Alter's.
      Um Ausreden sind sie da kaum verlegen. Weiterhin können sie nicht links und rechts auseinanderhalten ( Quelle frei nach: Wolfgang Hars, Männer wollen nur das eine und Frauen reden sowieso zu viel ) Sie brauchen dazu ihren Ehering als Orientierungshilfe. Wenn dieser Herr Hars nun allerdings behauptet, daß Männer nicht unbedingt intelligenter als Frauen sind, so frage ich mich, ob er das wirklich ernst meint, oder ob da, wahrscheinlich, seine Ehegattin die Zenzurbehörde spielt, oder ihm im anderen Falle den wöchentlichen Gang zum Stammtisch untersagt. Vielleicht sagt er das aber auch nur, um für das schwache Geschlecht mal endlich eine Lanze zu brechen.
      Ich sage mir da ganz einfach, und vor allem realistisch, Adam war vor Eva da und er kann da schon einen Überlegenheitsanspruch herleiten und daher steht er nun mal über ihr. Man sagt ja auch, die Frau denkt ( soweit möglich ), der Mann lenkt.
      Ich habe ja nun wirklich nichts gegen Frauen, im Gegenteil, man kann sie zu allerlei netten und neckischen Dingen gebrauchen. Gut zu verwenden ist sie auch in der Küche und im Keller, eben da, wo Arbeit anfällt. Sie dient auch gut als Begleiterin zu manchem Feste, vorausgesetzt, sie schweigt stille und lächelt graziös in der Gesellschaft rum. Wenn sie reden will, dann dezent und im Inhalt voll des Lobes über ihren Mann. Hat sie allerdings den sächsischen oder schwäbischen Mißklang drauf, so sollte sie doch besser zu hause bleiben. Als Mann hat man ja schließlich einen Ruf zu verlieren.

      Bald geht’s weiter
      Mein Geburtstagsfest bei Christel


      Am 9. Juni, welcher ein Montag war, hatte ich, wie jedes Jahr, Geburtstag. Natürlich war es nicht
      jedes Mal ein Montag, aber heuer war's so.
      An diesem Tag war ich allerdings unterwegs auf Deutschland's Straßen.
      Es gab oder gibt da eine Sendung, die heißt: Deutschland ist schön. Dieser Aussage kann ich nur zustimmen, vor allen in Deutschland's Staus, bei den abwechlungsreichen und kurzweiligen Verkehrsunfällen, in den Baustellen, wo Deutschland noch schöner gemacht wird, dem atemberaubenden Anblick auf seinen Alpen und Mittelgebirgen, wo man den Zauber der Landschaft so richtig genießen kann, weil man mit dem Laster im Schnee stecken geblieben ist. Deutschland's schmucke Gesetzesvertreter, die hinter jedem Strauch und Baum lauern, um sich zu zeigen. Adrett gekleidet sind sie schon, ihr Outfit ist stets auf neuestem Stand und sie schauen immer kerngesund und unternehmungslustig daraus heraus. Natürlich muß das alles finanziert sein und so gebe ich ab und zu meinen Obulus gerne dafür her. Mein entspr. Quittungsordner, ich sammle die alle, ist mein vollster Ordner, noch völler als der, mit den Zahlungserinnerungen und Gerichtsbescheiden. Finanzamtsangelegenheiten belegen zwei Ordner, der Ordner, wo ich die Post immer sofort nach Erhalt aufmache, enthält genau zwei Blätter.
      Ich schweife wieder mal ab. Jedenfalls ist die Woche gelaufen und ... erreich' mein Haus mit Müh' und Not, in meinen Armen, das... Nun, jeder kennt ja Goethes Glocke.
      Ich leg' Sack und Pack ab, esse was, zum Duschen habe ich die Kraft nicht mehr, wozu auch, unter der Woche tue ich das ja auch nicht, da kommt es auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an.
      Mit letzter und auslaufender Energie setze ich mich vor den PC, den Anmachknopf muß ich mit beiden Daumen drücken und gebe Christel kund, ich sei wieder im Lande. Sie hat immer ganz gerne, wenn ich mich melde und daß ich noch gesund sei, man weiß ja nie, was innert einer Woche so passieren kann. Sie ist schon lieb, die Kleine, also die Christel.
      Sie fragt an, ob ich Lust hätte, am nächsten Tag zu ihr zu kommen. Ich überlege geziemend lange, weil der Anstand verlangt, daß man nicht so tut, als hätte man nichts besseres vor oder zu tun und warte nur darauf, eingeladen zu werden. Nach einigen Hmms...und blättern im Terminkalender, ich habe gar keinen, ich nehm' nur ein oder zwei DINA 4- Blätter und fahre mit dem Daumen über die Seitenränder, das erweckt den Eindruck als ob, sage ich zu. Ich frage, um welche Urzeit, weil ich habe ja nicht den ganzen Samstag Zeit, was aber nicht stimmt, ich wüßte nicht, zu was ich sonst noch Zeit haben sollte.
      Um ganz ehrlich zu sein, ich habe schon eine Vorahnung, warum Christel mich zu sich zitiert: Der Geburtstag, also meiner, ist der Grund mit 99%iger Sicherheit. Sie hat mich mal vor Wochen gefragt, was denn so mein Lieblingskuchen sei, worauf ich spontan antwortete, es sei die Schwarzwälder Kirschtorte. Mit Linzer Torte, das ist überhaupt keine Torte und die schmeckt wie diese Bahlzenkekse mit etwas Himbeerkernmarmelade draufgeschmiert, könne sie mich bis ans Ende der Welt jagen. Johannisbeerkuchen sei auch nicht mein Geschmack, weil der ist so sauer, daß man diese Früchte auch pur essen kann, ohne Teig, da hilft auch keine Wagenladung Zucker mehr. Und dann diese Kerne, wieso man die Beeren nicht vorher entkernen könne. Da kriegt dann Christel wieder so einen Blick, daß einem das Wort im Halse gefrieren möchte. Sehr schön, meint sie da, sie mächte für mich mal solch eine Torte.
      Ich meine, ich bin ja nicht so blöd, um nicht zu erkennen, daß sie da meinen Geburtstag im Sinn hat. Ich tue so, als sei ich ahnungslos und mein Gesichtsausdruck ist da wirklich wie geschaffen dazu. Ich glaube, sie hat nichts geahnt, daß ich es ahnen tue.
      Im Nachhinein denke ich, daß sie schon ahnte, daß ich es ahnen würde, sie aber so tat, als ahnte sie nicht, daß ich es...Mein Gott, ist ja schon gut.
      Jedenfalls ist sie auch nicht viel blöder als ich, was man nicht zu glauben vermag. Frauen stehen, meine ich sogar, behaupten zu können, in gar nicht so arg vielen Sachen hintenan. Gut, man weiß ja, daß Frauen sich nur Zahlen bis zur Höhe ihres Alter's vorstellen können, und noch nicht mal das, manche geben eine viel kleinere Zahl bzgl. ihres Alter's an, weil die so hoch ist, daß sie da gewisse Vorstellungsschwierigkeiten haben. Und das nennen sie dann das Vertuschen des wahren Alter's.
      Um Ausreden sind sie da kaum verlegen. Weiterhin können sie nicht links und rechts auseinanderhalten ( Quelle frei nach: Wolfgang Hars, Männer wollen nur das eine und Frauen reden sowieso zu viel ) Sie brauchen dazu ihren Ehering als Orientierungshilfe. Wenn dieser Herr Hars nun allerdings behauptet, daß Männer nicht unbedingt intelligenter als Frauen sind, so frage ich mich, ob er das wirklich ernst meint, oder ob da, wahrscheinlich, seine Ehegattin die Zenzurbehörde spielt, oder ihm im anderen Falle den wöchentlichen Gang zum Stammtisch untersagt. Vielleicht sagt er das aber auch nur, um für das schwache Geschlecht mal endlich eine Lanze zu brechen.
      Ich sage mir da ganz einfach, und vor allem realistisch, Adam war vor Eva da und er kann da schon einen Überlegenheitsanspruch herleiten und daher steht er nun mal über ihr. Man sagt ja auch, die Frau denkt ( soweit möglich ), der Mann lenkt.
      Ich habe ja nun wirklich nichts gegen Frauen, im Gegenteil, man kann sie zu allerlei netten und neckischen Dingen gebrauchen. Gut zu verwenden ist sie auch in der Küche und im Keller, eben da, wo Arbeit anfällt. Sie dient auch gut als Begleiterin zu manchem Feste, vorausgesetzt, sie schweigt stille und lächelt graziös in der Gesellschaft rum. Wenn sie reden will, dann dezent und im Inhalt voll des Lobes über ihren Mann. Hat sie allerdings den sächsischen oder schwäbischen Mißklang drauf, so sollte sie doch besser zu hause bleiben. Als Mann hat man ja schließlich einen Ruf zu verlieren.

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