Sticky Alltagsgeschichten

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      RE: Alltagsgeschichten

      Mein Geburtstag mit Nikolei, meinem Sohn


      Meine Geburtstage werden immer anschließend gefeiert, seit Jahren. Weil eben dieser Tag immer auf einen Tag fällt, der mitten in der Woche ist und wenn nicht, dann habe ich keine Lust oder meine Familie oder sonst wer. In den letzten 15 Jahren habe ich ihn sogar selbst schon 4 mal vergessen, bis mich mein Jüngster dezent darauf hinwies, das war vor einem Jahr, nach ca. vier Wochen, er meine, ich hätte unlängst doch sicher Geburtstag gehabt, oder irre er sich da. Nein, sage ich, er irre nicht. Oh, im Nachhinein dann noch alles Gute, meint er. Ich bedanke mich überschwenglich und kann mein Glück kaum fassen.. Lieber spät als nie, ist mein Motto. Ich könne mir ja nachträglich noch was wünschen, sagt er. Ich sage, das wäre nicht nötig, ich hätte ja da wirklich keine Wünsche. Sein erleichterter Gesichtsausdruck erleichtert auch mein Gemüt, ich will ihn ja nicht in Gewissenskonflikte bringen. Er kündet aber an, daß an meinem nächsten Geburtstag er dafür doppelt klotzen werde. Ich winke ab und nehme seine Einladung zum Nachfeiern gerne an. Will heißen, er kündigt sich mit Chica am kommenden Wochende bei mir an und hätte gerne, daß man dies am heißen Grill im Garten vollbringe. Er würde für die Silberzwiebelchen und Essiggürkchen Sorge tragen wollen. Wie schön, dann brauch ich ja nur noch für die diversen Fleischsorten, Kartoffelsalat, Gewürzsoßen, Stangenweisbrot, Bier, Wein, Limonade, auch ein Schnäpschen kann dabei sein, sozusagen als Verdauungsbalsam, Grillkohle und Grill, den ich extra auf Anraten meines Söhnchen, noch kaufen sollte, also das Grillgerät. Der alte wäre ja kaum mehr zumutbar, das müsse ich doch einsehen. Ja, sehe ich ein. Außerdem sei es nicht schlecht, genügend Holz aller Art bereitzuhalten, da er und sie, also seine Freundin, anschließend gedenken, also nach dem Abfüttern, noch die Nacht mit lodernder Flamme zu erhellen. Er sagt extra, er und seine Freundin, nämlich die Eva, so heißt sie, wollten noch etwas zündeln, nachher. Sie will eigentlich nicht unbedingt, aber sie tut doch im allgemeinen das, was er will. Er hat sie ganz gut im Zaume, beneidenswert. Früher, als ich auch noch ein junger Mann war, so, wie er jetzt, hätte ich mir das nie getraut. O Tempora, o mores! ( So ähnlich jedenfalls. Ich habe alle Asterixhefte und wenn man die alle gelesen hat, ist man im Besitz des kleinen Latinuums )
      Gut, ich bin mit allem einverstanden, weil sowas fördert ja die Verbindung zum Jungvolk. Man will ja schließlich nicht nur mit Gleichaltrigen, also mit solchen in meinem Alter, die letzten Geburtstage im Leben, begehen müssen.
      Am Tage „X“ stehe ich sehr früh auf, es gilt, die entspr. Vorbereitungen zu treffen, als da sind Einkaufszettel zu schreiben und selbigen im Metzgerladen, Bäcker und Getränkespezialfachgeschäft einzulösen. Spätestens beim Lidl, die diversen vielen Kleinigkeiten können auch dort besorgt werden, stelle ich fest, ich habe den Zettel daheim liegenlassen. Wie schön und blöd, aber macht nichts, habe ja alles im Kopf. Nach drei Stunden komme ich ein wenig erschöpft aber zufrieden heim. Der Einkaufszettel liegt auf dem Tisch, ich nehme ihn etwas gelangweilt und cool besserwisserisch in die Hand und stelle fest, du hast die Zitronen, die Kapern, das Öl, das verdammte Stangenweißbrot inclusive Plastikgeschirr vergessen. Außerdem reicht die Grillkohle nicht, nur noch ein halber Sack ist da. In Gedanken erwähne ich den Abbruch des ganzen Unternehmens und formuliere einleuchtende Gründe, diesen Tag doch auf das nächste Wochenende zu verlegen und liebäugle mit dem Handy, diesen Entschluß meinem Sohn in aller Form und Deutlichkeit zu unterbreiten. Doch Halt, wer bin ich denn, der sich sich von solchen Mißdingen aus der Fassung bringen läßt?! Ha! Jetzt erst recht! Also noch mal los zu Einkauf. Nach einer Stunde ist dann doch alles besorgt. Die Salatmajonäse habe ich dann doch noch vergessen. Was soll's, Remoulade tut's auch. Ein drittes Mal war dann wirklich das letzte Mal, die Kartoffeln, die fehlten noch. Diese Majonaise, die krieg' ich einfach nicht rein, mit den Kartoffeln zusammen noch zu kaufen.
      Daheim im Kühlschrank, liegen eineinhalb Flaschen drin, Verfallsdatum überschritten. Man darf da nicht kleinlich sein. Alles da... aber die Zitronen! Die Biologischen! Ich wußt's doch! Indes, Essig tut's auch. Zu gesund tut selten gut.
      Sicherlich, es ist alles Streß, aber ich liebe diese Art von Streß. Vor allem, es ist für ihn, nicht für meinen verspäteten Geburtstag, für meinen kleinen Racker, mein Söhnchen und da ich weiß, daß er sich darauf freut, freue ich mich um ein Vielfaches mehr. Ich kann es kaum mehr erwarten, daß er mit seiner Eva endlich meine Haustürglocke drangsaliert.

      Fortsetzung folgt

      RE: Alltagsgeschichten

      Mein Geburtstag mit Nikolei, meinem Sohn


      Meine Geburtstage werden immer anschließend gefeiert, seit Jahren. Weil eben dieser Tag immer auf einen Tag fällt, der mitten in der Woche ist und wenn nicht, dann habe ich keine Lust oder meine Familie oder sonst wer. In den letzten 15 Jahren habe ich ihn sogar selbst schon 4 mal vergessen, bis mich mein Jüngster dezent darauf hinwies, das war vor einem Jahr, nach ca. vier Wochen, er meine, ich hätte unlängst doch sicher Geburtstag gehabt, oder irre er sich da. Nein, sage ich, er irre nicht. Oh, im Nachhinein dann noch alles Gute, meint er. Ich bedanke mich überschwenglich und kann mein Glück kaum fassen.. Lieber spät als nie, ist mein Motto. Ich könne mir ja nachträglich noch was wünschen, sagt er. Ich sage, das wäre nicht nötig, ich hätte ja da wirklich keine Wünsche. Sein erleichterter Gesichtsausdruck erleichtert auch mein Gemüt, ich will ihn ja nicht in Gewissenskonflikte bringen. Er kündet aber an, daß an meinem nächsten Geburtstag er dafür doppelt klotzen werde. Ich winke ab und nehme seine Einladung zum Nachfeiern gerne an. Will heißen, er kündigt sich mit Chica am kommenden Wochende bei mir an und hätte gerne, daß man dies am heißen Grill im Garten vollbringe. Er würde für die Silberzwiebelchen und Essiggürkchen Sorge tragen wollen. Wie schön, dann brauch ich ja nur noch für die diversen Fleischsorten, Kartoffelsalat, Gewürzsoßen, Stangenweisbrot, Bier, Wein, Limonade, auch ein Schnäpschen kann dabei sein, sozusagen als Verdauungsbalsam, Grillkohle und Grill, den ich extra auf Anraten meines Söhnchen, noch kaufen sollte, also das Grillgerät. Der alte wäre ja kaum mehr zumutbar, das müsse ich doch einsehen. Ja, sehe ich ein. Außerdem sei es nicht schlecht, genügend Holz aller Art bereitzuhalten, da er und sie, also seine Freundin, anschließend gedenken, also nach dem Abfüttern, noch die Nacht mit lodernder Flamme zu erhellen. Er sagt extra, er und seine Freundin, nämlich die Eva, so heißt sie, wollten noch etwas zündeln, nachher. Sie will eigentlich nicht unbedingt, aber sie tut doch im allgemeinen das, was er will. Er hat sie ganz gut im Zaume, beneidenswert. Früher, als ich auch noch ein junger Mann war, so, wie er jetzt, hätte ich mir das nie getraut. O Tempora, o mores! ( So ähnlich jedenfalls. Ich habe alle Asterixhefte und wenn man die alle gelesen hat, ist man im Besitz des kleinen Latinuums )
      Gut, ich bin mit allem einverstanden, weil sowas fördert ja die Verbindung zum Jungvolk. Man will ja schließlich nicht nur mit Gleichaltrigen, also mit solchen in meinem Alter, die letzten Geburtstage im Leben, begehen müssen.
      Am Tage „X“ stehe ich sehr früh auf, es gilt, die entspr. Vorbereitungen zu treffen, als da sind Einkaufszettel zu schreiben und selbigen im Metzgerladen, Bäcker und Getränkespezialfachgeschäft einzulösen. Spätestens beim Lidl, die diversen vielen Kleinigkeiten können auch dort besorgt werden, stelle ich fest, ich habe den Zettel daheim liegenlassen. Wie schön und blöd, aber macht nichts, habe ja alles im Kopf. Nach drei Stunden komme ich ein wenig erschöpft aber zufrieden heim. Der Einkaufszettel liegt auf dem Tisch, ich nehme ihn etwas gelangweilt und cool besserwisserisch in die Hand und stelle fest, du hast die Zitronen, die Kapern, das Öl, das verdammte Stangenweißbrot inclusive Plastikgeschirr vergessen. Außerdem reicht die Grillkohle nicht, nur noch ein halber Sack ist da. In Gedanken erwähne ich den Abbruch des ganzen Unternehmens und formuliere einleuchtende Gründe, diesen Tag doch auf das nächste Wochenende zu verlegen und liebäugle mit dem Handy, diesen Entschluß meinem Sohn in aller Form und Deutlichkeit zu unterbreiten. Doch Halt, wer bin ich denn, der sich sich von solchen Mißdingen aus der Fassung bringen läßt?! Ha! Jetzt erst recht! Also noch mal los zu Einkauf. Nach einer Stunde ist dann doch alles besorgt. Die Salatmajonäse habe ich dann doch noch vergessen. Was soll's, Remoulade tut's auch. Ein drittes Mal war dann wirklich das letzte Mal, die Kartoffeln, die fehlten noch. Diese Majonaise, die krieg' ich einfach nicht rein, mit den Kartoffeln zusammen noch zu kaufen.
      Daheim im Kühlschrank, liegen eineinhalb Flaschen drin, Verfallsdatum überschritten. Man darf da nicht kleinlich sein. Alles da... aber die Zitronen! Die Biologischen! Ich wußt's doch! Indes, Essig tut's auch. Zu gesund tut selten gut.
      Sicherlich, es ist alles Streß, aber ich liebe diese Art von Streß. Vor allem, es ist für ihn, nicht für meinen verspäteten Geburtstag, für meinen kleinen Racker, mein Söhnchen und da ich weiß, daß er sich darauf freut, freue ich mich um ein Vielfaches mehr. Ich kann es kaum mehr erwarten, daß er mit seiner Eva endlich meine Haustürglocke drangsaliert.

      Fortsetzung folgt
      Es ist noch ne Stunde Zeit und ich gedenke, diese Zeit auf meinem Bett in voller Montur ein wenig zu verbringen. Ich greife nach einem Buch, will ja nicht einschlafen, nachher höre ich die Glocke nicht.
      Ich nähere mich der Bahnschranke und sehe von links ein Bimmelbähnchen mit drei Waggons ranrauschen, das sind diese alten Waggons mit Holzbänken, es gibt auch solche mit Lederbezug und dann die mit Polstern. Drei Komfortklassen sind das, die 3., die 2. und die erste. Die erste können sich nur ganz reiche Leute leisten. Ich ordne mich selbst in die 2. Klasse ein, nicht zu bescheiden sein. Die Schranke geht zu, aber nicht die, die die Autos stoppen, sondern diese Schranke geht quer über die Gleis nieder. Völlig normal, Gleichberechtigung zwischen Schienenfahrzeug und KFZ. Ich fahre los und sehe, wie der Lokführer einen roten Kopf kriegt und unflätige Worte ausstößt, weil er er zum Teufel nochmal, nicht weiß, wie er so seinen Fahrplan einhalten soll. Ich denke, ja, ja, schimpf nur, fahr's nächste Mal halt etwas früher los, dann sind sie Schranken noch im Ruhezustand und dann gilt, rechts vor links. Aber auch dann hätte ich Vorfahrt gehabt, egal, wie man es dreht oder wendet. Der Zugführer reißt an seiner Zughupe, was er damit erreichen will, ist mir unklar. Weiterhin ist mir unklar, wieso diese Hupe einen schrillen hellen Klang hat, dem einer Fahrradklingel. Immer und immer wieder, so ein Trottel, denke ich.
      Etwas später merke ich, daß ich dieser Trottel bin, sozusagen der Oberstabstrottel. Irgendwas brüllt mir zu, was denn jetzt los sei, warum ich nicht aufmache. Was aufmachen, ist mein Gedanke. Da gibt’s doch nichts zum aufmachen. Meine Autotüre vielleicht, oder die Motorhaube?
      Vadder, was'n los? Wieso machst du nicht auf? Wir sind's! Dann wache ich mit einem Schlag auf, das Buch liegt noch über meinem Gesicht, ich reiß es runter und denke, toll, bist du doch eingeschlafen. Ich brülle zurück, ja, ja, Mann, Moment! Im Halbschlaf stolpere ich zum Türaufdrücker, betätige den falschen Knopf, nämlich den, der alles deaktiviert. Nichts rührt sich, kaputt der ganze Mist. Niko bumpert an die Türe, ich renne stolpernd dorthin und mache die Pforte auf. Was denn los sei, meint Niko. Nichts, sage ich, den letzten Schlaf aus den Augen reibend, gar nichts. Aha, eingepennt, gell? Wird man alt, daß man bei jeder kleinsten Anstrengung auf die Ladstatt falle? Nicht mehr so fit? Alterle? Wie lang' ich das noch machen werde?
      Eva stupst ihn in die Seite, schaut mich verständnisvoll an und haut ihn nochmals sicherheitshalber gegen den Hinterkopf. Sie ist wirklich lieb, die Kleine.
      Jetzt hab ich's geschnallt, Grillen, richtig und alles kommt mir wieder in den Sinn. Fangen wir an. Niko ruft aus, er kümmere sich um's Feuer! Sehr schön, er war schon immer ein kleiner Feuerteufel. Bereits im zarten Babyalter konnte er stundenlang in eine brennende Kerze starren, ab und zu starrte er mit den Fingern und lernte daraus, das, was so flackert in hellem Schein, kann auch dem kleinen Greifwerkzeuglein von Schaden sein. Jahre später machten er und seine Freunde den Mutigkeitstest, wer am längsten den Finger in die Kerze halten konnte. Er war immer der Erste, mein Sohn. Er hatte auch einen Trick, indem er den Finger vorher naß machte. Das Ergebnis ist oft sehr erstaunlich. Ich hab's auch ausprobiert, es funktioniert. Aber er ist immer besser, weil mein Sohn. Er muß immer der Beste sein und wenn sein Finger anschließend nur noch ein schwarzer Stumpf ist.
      Draußen im Garten ist alles gerichtet, ich hatte ja auch fast 5 Stunden Zeit dafür. Mein Söhnchen, er hat eine kräftige Stimme, brüllt, wo denn dieses weiße Zeugs sei, wo man die Kohle entzünden könne. Toll, hab' ich auch vergessen. Nimm Papier und trockenes Holz, brüll' ich zurück. Wo denn das Papier sei, das Echo. In der Papiertonne sei jede Menge drin! Dumm nur, daß am Vortag die Tonne geleert wurde. Typisch, immer dann, wenn die Papiertonne überquillt, kommen die Stadtleute erst wieder in 14 Tagen.
      Aber er kriegt den Grill zum Qualmen, allerdings noch nichts rotes, nämlich der Flamme hellen Scheins. Qualm bedeckt in Bälde den ganzen Ortsteil, wir sehen einander nicht mehr. Wir husten um die Wette, na und, meint Niko, das gehöre nun mal dazu. Die ersten Nachbarn schließen die Fenster und rufen ihre Hunde rein. Ich denke, und Eva gibt mit recht, Geräuchertes sei ohne weiteres voll genießbar. Dumm nur, daß Eva Vegetarierin ist. Veganerin ist sie nicht, sie nimmt immerhin ab und zu auch ein Gemüsesüpplein zu sich. Sie hat sich selbst was mitgebracht, Tofuröllchen mit Tofusoße. Na gut, wer's mag.
      Niko kreischt, die Flamme, da, jetzt käme sie. Tatsächlich, einige rotgelbe Farben im Grillbereich sind vage erkennbar. Der Rauch verflüchtigt sich und die ersten Nachbarn machen vorsichtig wieder die Fenster einen winzigen Spalt auf. Die Hunde winzeln allerdings noch im Schutz der Schlafzimmer der Kinder. Die Kinder selbst finden das toll, was wir so machen. Sie schauen sehnsüchtig auf unser Grillabenteuer und kichern hinter noch verschlossenen Kinderzimmerfenstern.

      Fortsetzung folgt
      Es ist noch ne Stunde Zeit und ich gedenke, diese Zeit auf meinem Bett in voller Montur ein wenig zu verbringen. Ich greife nach einem Buch, will ja nicht einschlafen, nachher höre ich die Glocke nicht.
      Ich nähere mich der Bahnschranke und sehe von links ein Bimmelbähnchen mit drei Waggons ranrauschen, das sind diese alten Waggons mit Holzbänken, es gibt auch solche mit Lederbezug und dann die mit Polstern. Drei Komfortklassen sind das, die 3., die 2. und die erste. Die erste können sich nur ganz reiche Leute leisten. Ich ordne mich selbst in die 2. Klasse ein, nicht zu bescheiden sein. Die Schranke geht zu, aber nicht die, die die Autos stoppen, sondern diese Schranke geht quer über die Gleis nieder. Völlig normal, Gleichberechtigung zwischen Schienenfahrzeug und KFZ. Ich fahre los und sehe, wie der Lokführer einen roten Kopf kriegt und unflätige Worte ausstößt, weil er er zum Teufel nochmal, nicht weiß, wie er so seinen Fahrplan einhalten soll. Ich denke, ja, ja, schimpf nur, fahr's nächste Mal halt etwas früher los, dann sind sie Schranken noch im Ruhezustand und dann gilt, rechts vor links. Aber auch dann hätte ich Vorfahrt gehabt, egal, wie man es dreht oder wendet. Der Zugführer reißt an seiner Zughupe, was er damit erreichen will, ist mir unklar. Weiterhin ist mir unklar, wieso diese Hupe einen schrillen hellen Klang hat, dem einer Fahrradklingel. Immer und immer wieder, so ein Trottel, denke ich.
      Etwas später merke ich, daß ich dieser Trottel bin, sozusagen der Oberstabstrottel. Irgendwas brüllt mir zu, was denn jetzt los sei, warum ich nicht aufmache. Was aufmachen, ist mein Gedanke. Da gibt’s doch nichts zum aufmachen. Meine Autotüre vielleicht, oder die Motorhaube?
      Vadder, was'n los? Wieso machst du nicht auf? Wir sind's! Dann wache ich mit einem Schlag auf, das Buch liegt noch über meinem Gesicht, ich reiß es runter und denke, toll, bist du doch eingeschlafen. Ich brülle zurück, ja, ja, Mann, Moment! Im Halbschlaf stolpere ich zum Türaufdrücker, betätige den falschen Knopf, nämlich den, der alles deaktiviert. Nichts rührt sich, kaputt der ganze Mist. Niko bumpert an die Türe, ich renne stolpernd dorthin und mache die Pforte auf. Was denn los sei, meint Niko. Nichts, sage ich, den letzten Schlaf aus den Augen reibend, gar nichts. Aha, eingepennt, gell? Wird man alt, daß man bei jeder kleinsten Anstrengung auf die Ladstatt falle? Nicht mehr so fit? Alterle? Wie lang' ich das noch machen werde?
      Eva stupst ihn in die Seite, schaut mich verständnisvoll an und haut ihn nochmals sicherheitshalber gegen den Hinterkopf. Sie ist wirklich lieb, die Kleine.
      Jetzt hab ich's geschnallt, Grillen, richtig und alles kommt mir wieder in den Sinn. Fangen wir an. Niko ruft aus, er kümmere sich um's Feuer! Sehr schön, er war schon immer ein kleiner Feuerteufel. Bereits im zarten Babyalter konnte er stundenlang in eine brennende Kerze starren, ab und zu starrte er mit den Fingern und lernte daraus, das, was so flackert in hellem Schein, kann auch dem kleinen Greifwerkzeuglein von Schaden sein. Jahre später machten er und seine Freunde den Mutigkeitstest, wer am längsten den Finger in die Kerze halten konnte. Er war immer der Erste, mein Sohn. Er hatte auch einen Trick, indem er den Finger vorher naß machte. Das Ergebnis ist oft sehr erstaunlich. Ich hab's auch ausprobiert, es funktioniert. Aber er ist immer besser, weil mein Sohn. Er muß immer der Beste sein und wenn sein Finger anschließend nur noch ein schwarzer Stumpf ist.
      Draußen im Garten ist alles gerichtet, ich hatte ja auch fast 5 Stunden Zeit dafür. Mein Söhnchen, er hat eine kräftige Stimme, brüllt, wo denn dieses weiße Zeugs sei, wo man die Kohle entzünden könne. Toll, hab' ich auch vergessen. Nimm Papier und trockenes Holz, brüll' ich zurück. Wo denn das Papier sei, das Echo. In der Papiertonne sei jede Menge drin! Dumm nur, daß am Vortag die Tonne geleert wurde. Typisch, immer dann, wenn die Papiertonne überquillt, kommen die Stadtleute erst wieder in 14 Tagen.
      Aber er kriegt den Grill zum Qualmen, allerdings noch nichts rotes, nämlich der Flamme hellen Scheins. Qualm bedeckt in Bälde den ganzen Ortsteil, wir sehen einander nicht mehr. Wir husten um die Wette, na und, meint Niko, das gehöre nun mal dazu. Die ersten Nachbarn schließen die Fenster und rufen ihre Hunde rein. Ich denke, und Eva gibt mit recht, Geräuchertes sei ohne weiteres voll genießbar. Dumm nur, daß Eva Vegetarierin ist. Veganerin ist sie nicht, sie nimmt immerhin ab und zu auch ein Gemüsesüpplein zu sich. Sie hat sich selbst was mitgebracht, Tofuröllchen mit Tofusoße. Na gut, wer's mag.
      Niko kreischt, die Flamme, da, jetzt käme sie. Tatsächlich, einige rotgelbe Farben im Grillbereich sind vage erkennbar. Der Rauch verflüchtigt sich und die ersten Nachbarn machen vorsichtig wieder die Fenster einen winzigen Spalt auf. Die Hunde winzeln allerdings noch im Schutz der Schlafzimmer der Kinder. Die Kinder selbst finden das toll, was wir so machen. Sie schauen sehnsüchtig auf unser Grillabenteuer und kichern hinter noch verschlossenen Kinderzimmerfenstern.

      Fortsetzung folgt
      Der Grill brennt lichterloh. Er steht selbst unter einem Holunderbaum, der ärmste, also der Baum. Nico tanzt den Tanz des Feuerteufels, sein rußverschmiertes Gesicht gibt ihm tatsächlich das Aussehen eines altgriechischen Fauns, nur ohne Panflöte, in aller Pracht. Im Hintergrund meint man, die Ukulele und das schrille Pfeifen der Panflöte zu erlauschen.
      Die Nachbarskinder klatschen frenetisch Beifall.
      Nachdem die erste heidnische Tanzrunde beendet ist, bedenken wir der guten Gaben, die alsbald auf das Grillgut geschmissen sein wollen. Noch nicht, gebe ich zu bedenken, dir Glut muß glühen und das Holz obenauf sollte ausgebrannt werden. Ach was, meint er, drauf damit. Er nimmt sich fachmännisch zwei Stücke Fleisch und legt sie in die mächtige Kraft der Flamme. Die Kraft ist zu mächtig und binnen kurzen zeigt das Nahrungsmittel bedenklich schwarze Ränder und danach ist alles schwarz, innen roh. Gut, meint er, warten wir ein Weilchen. Das Weilchen dauert genau dreieinhalb Minuten und hinein mit einem sehr dicken, gut abgehangenen Schweinesteak.
      Eva und ich tun uns am Kartoffelsalat, dem Tomatensalat und den Silberzwiebelchen derweil verdegustieren. Ihr ist sowieso egal, was da auf dem Feuerschafott vor sich geht, sie nimmt nur Fleischloses zu sich, die Gute.
      Nico hat mir mal erzählt, wie er sie dran gekriegt hat. Ein Sojafleischküchle hätte er ihr mal serviert, rein fleischlos, wie er ihr versicherte. Naiv, wie Frauen nun mal so sind, tat sie es mit hohem Genuß verzehren. Nico hätte sie dann gefragt, mit höchst blasierter und desinteressierter Miene, wie das denn so geschmeckt hätte, nicht schlecht, meinte sie, da könne sie noch ein Teilchen von vertragen. Es sei so süß von ihm, an sie so derart zu denken. Er hätte sich dann aber nicht mehr halten können und ihr prustend und vor Lachen bedenklich rotwerdendem Gesicht eröffnet, daß dies ein total fettes, aus dem fettesten Schwein der Welt, gemixtes Hackfleisch sei. Sein Vater, also ich ich, hätte das gemanscht. Das stimmt aber nicht, das würde ich Eva niemals antun. Ich habe es allerdings zusammengeknetet, aber nicht für sie, sondern für ihn. Nun, wir lagen uns beide dann vor Lachen in den Armen, also Nico und ich. Ich fand im Nachhinein das allerdings etwas schofel von ihm. Ein winzig kleines schlechtes Gewissen hatte ich aber auch, zu meiner Ehrenrettung.
      Seitdem kauft sie ihr Antifleisch nur noch selber. Sie würde von Nico noch nicht mal mehr ein kleines Salatblättchen mehr annehmen, geschweige denn, verzehren.
      Das Holz ist verbrannt, hehre Asche nur noch, nichts qualmt mehr. Die Nachbarn haben Türen und Fenster wieder geöffnet, die Kinder ziehen sich enttäuscht zurück, weil eben doch keine Feuersbrunst im Stadtteil. Die Hunde kläffen wieder. Ich sage zu Nico, er solle doch noch mal gut genäßtes Holz und grünes Gezweig in die Glut befördern. Warum, meint er. Ich sage, ach nichts, nur so, nur ein alberner Gedanke.
      Es ist soweit, das tierische Eiweiß wird feierlich auf die hellrot, glitzernde und hell zuckende Holzkohle vorsichtig auf den Rost gelegt. Nico ist der Grillchef, er hat das alleinige Sagen. Eva und mir soll das recht sein. Wir essen weiterhin Kartoffelsalat, Tonmatensalat, Silberzwiebeln sind alle. Stangenweißbrot kommt hinzu. Ein Stück Fleisch nach dem anderen findet seinen Weg auf die Glut.
      Nico kreischt, wer will ein Stück Bauchfleisch? Ich, sag ich, wer denn sonst? Eva etwa? Aber das gehört zu Zeremonie, ein gewisser Stil sollte eingehalten werden. Das Stück ist wirklich gut, die Ränder verkohlt. Aber das gehört nun mal dazu. Es soll zwar Krebs erregen, aber lieber Krebs, als des Hungers jämmerlich dahindarben. Eva nimmt ihr Tofuküchlein mit Tofusoße, still und fromm, zu sich. Ich bedauere sie ein bißchen, aber des Menschen Grundeinstellung ist nur schwer zu erschüttern. Ich glaube nicht, daß es möglich ist, einem fetten Stück Bauchfleisch den Flair einer Pflanze zu verleihen, vielleicht einer bauchige Kokospalme. Die ist aber nur am Stamm etwas bauchig und Stämme können bisweilen etwas hart anmutend im Verzehr erscheinen. Aber wie gesagt, Eva kann man nichts mehr vormachen, seit damals. Ich muß wieder dezent in mich hinein schmunzeln.
      Nico ißt in Eile zwei Scheineschnitzel, zwei Stück Bauchfleisch und eine Bratwurst. Bratwurst darf beim Grillen niemals fehlen, weil das andere Fleisch könnte sich als unschmackhhaft, zäh oder auch, wie gesagt, als verbrannt erweisen. Allerdings ist ist es uns noch nie gelungen, alle Bratwürste heil zum essen vom Grill zu entfernen. Neun von zehn dieser Verlegenheitsstangen, ob Schwein oder Rind, oder sonstiges Getier, waren lediglich für die Mülltonne geeignet. Sogar die Nachbarshunde zogen winselnd den Schwanz ein. Die kriegen von mir sowieso nur den Gartenschlauch zu spüren. Heute abend allerdings hat so ein Getier die Wasserfontaine spürbar genossen, immer und immer wieder. Da hatte ich keinen Spaß mehr und habe doch lieber meine Gewächse erfrischt.
      Wie sind alle satt, rundum. Fleisch ist noch jede Menge übrig. Das ist immer so, man kauft mehr ein, als man dann verbraucht. Gut, der Rest ins Gefrierfach. Geht nicht, der ist noch voll vom letzten Grillfest. Will jemand was mit heim nehmen, frage ich rein rethorisch, weil ich weiß, es wird müde abgewunken. Auch gut, hab' ich am nächsten Tag eine deftige Mahlzeit. Am nächsten Tag steht mir der Sinn ausschließlich auf grünem Salat und Mineralwasser, kastenweise.
      Schlechten Gewissens entsorge ich das tierische, zum Glück auch teilweise verbranntes Gut in die Papiertonne, die ist leer, die braune Tonne quillt über. Man will ja kein Umweltschwein sein.
      Nico's Fest geht jetzt erst richtig los, Feuer machen. Alles kommt nun auf die Flamme. Den Rost hat er weggemacht, weil der stört. Sämtliche Bäume bei mir im Garten müssen Federn lassen. Gut, der alte Kirschbaum hat heuer sowieso keine Früchte mehr getragen. Gottseidank, das ewige Leitern anstellen, verklebte Hände, Nacken und Gesicht, wer will das schon. Es ist stockdunkel, gegen 23.00 Uhr. In den Bäumen und Sträuchern knackt's und reißt's an allen Enden. Nico ist in Hochform. Eva und ich parlieren gepflegt über hochgeistige Dinge, die uns in den Kopf kommen und noch schneller wieder verschwinden.


      Fortsetzung folgt
      Der Grill brennt lichterloh. Er steht selbst unter einem Holunderbaum, der ärmste, also der Baum. Nico tanzt den Tanz des Feuerteufels, sein rußverschmiertes Gesicht gibt ihm tatsächlich das Aussehen eines altgriechischen Fauns, nur ohne Panflöte, in aller Pracht. Im Hintergrund meint man, die Ukulele und das schrille Pfeifen der Panflöte zu erlauschen.
      Die Nachbarskinder klatschen frenetisch Beifall.
      Nachdem die erste heidnische Tanzrunde beendet ist, bedenken wir der guten Gaben, die alsbald auf das Grillgut geschmissen sein wollen. Noch nicht, gebe ich zu bedenken, dir Glut muß glühen und das Holz obenauf sollte ausgebrannt werden. Ach was, meint er, drauf damit. Er nimmt sich fachmännisch zwei Stücke Fleisch und legt sie in die mächtige Kraft der Flamme. Die Kraft ist zu mächtig und binnen kurzen zeigt das Nahrungsmittel bedenklich schwarze Ränder und danach ist alles schwarz, innen roh. Gut, meint er, warten wir ein Weilchen. Das Weilchen dauert genau dreieinhalb Minuten und hinein mit einem sehr dicken, gut abgehangenen Schweinesteak.
      Eva und ich tun uns am Kartoffelsalat, dem Tomatensalat und den Silberzwiebelchen derweil verdegustieren. Ihr ist sowieso egal, was da auf dem Feuerschafott vor sich geht, sie nimmt nur Fleischloses zu sich, die Gute.
      Nico hat mir mal erzählt, wie er sie dran gekriegt hat. Ein Sojafleischküchle hätte er ihr mal serviert, rein fleischlos, wie er ihr versicherte. Naiv, wie Frauen nun mal so sind, tat sie es mit hohem Genuß verzehren. Nico hätte sie dann gefragt, mit höchst blasierter und desinteressierter Miene, wie das denn so geschmeckt hätte, nicht schlecht, meinte sie, da könne sie noch ein Teilchen von vertragen. Es sei so süß von ihm, an sie so derart zu denken. Er hätte sich dann aber nicht mehr halten können und ihr prustend und vor Lachen bedenklich rotwerdendem Gesicht eröffnet, daß dies ein total fettes, aus dem fettesten Schwein der Welt, gemixtes Hackfleisch sei. Sein Vater, also ich ich, hätte das gemanscht. Das stimmt aber nicht, das würde ich Eva niemals antun. Ich habe es allerdings zusammengeknetet, aber nicht für sie, sondern für ihn. Nun, wir lagen uns beide dann vor Lachen in den Armen, also Nico und ich. Ich fand im Nachhinein das allerdings etwas schofel von ihm. Ein winzig kleines schlechtes Gewissen hatte ich aber auch, zu meiner Ehrenrettung.
      Seitdem kauft sie ihr Antifleisch nur noch selber. Sie würde von Nico noch nicht mal mehr ein kleines Salatblättchen mehr annehmen, geschweige denn, verzehren.
      Das Holz ist verbrannt, hehre Asche nur noch, nichts qualmt mehr. Die Nachbarn haben Türen und Fenster wieder geöffnet, die Kinder ziehen sich enttäuscht zurück, weil eben doch keine Feuersbrunst im Stadtteil. Die Hunde kläffen wieder. Ich sage zu Nico, er solle doch noch mal gut genäßtes Holz und grünes Gezweig in die Glut befördern. Warum, meint er. Ich sage, ach nichts, nur so, nur ein alberner Gedanke.
      Es ist soweit, das tierische Eiweiß wird feierlich auf die hellrot, glitzernde und hell zuckende Holzkohle vorsichtig auf den Rost gelegt. Nico ist der Grillchef, er hat das alleinige Sagen. Eva und mir soll das recht sein. Wir essen weiterhin Kartoffelsalat, Tonmatensalat, Silberzwiebeln sind alle. Stangenweißbrot kommt hinzu. Ein Stück Fleisch nach dem anderen findet seinen Weg auf die Glut.
      Nico kreischt, wer will ein Stück Bauchfleisch? Ich, sag ich, wer denn sonst? Eva etwa? Aber das gehört zu Zeremonie, ein gewisser Stil sollte eingehalten werden. Das Stück ist wirklich gut, die Ränder verkohlt. Aber das gehört nun mal dazu. Es soll zwar Krebs erregen, aber lieber Krebs, als des Hungers jämmerlich dahindarben. Eva nimmt ihr Tofuküchlein mit Tofusoße, still und fromm, zu sich. Ich bedauere sie ein bißchen, aber des Menschen Grundeinstellung ist nur schwer zu erschüttern. Ich glaube nicht, daß es möglich ist, einem fetten Stück Bauchfleisch den Flair einer Pflanze zu verleihen, vielleicht einer bauchige Kokospalme. Die ist aber nur am Stamm etwas bauchig und Stämme können bisweilen etwas hart anmutend im Verzehr erscheinen. Aber wie gesagt, Eva kann man nichts mehr vormachen, seit damals. Ich muß wieder dezent in mich hinein schmunzeln.
      Nico ißt in Eile zwei Scheineschnitzel, zwei Stück Bauchfleisch und eine Bratwurst. Bratwurst darf beim Grillen niemals fehlen, weil das andere Fleisch könnte sich als unschmackhhaft, zäh oder auch, wie gesagt, als verbrannt erweisen. Allerdings ist ist es uns noch nie gelungen, alle Bratwürste heil zum essen vom Grill zu entfernen. Neun von zehn dieser Verlegenheitsstangen, ob Schwein oder Rind, oder sonstiges Getier, waren lediglich für die Mülltonne geeignet. Sogar die Nachbarshunde zogen winselnd den Schwanz ein. Die kriegen von mir sowieso nur den Gartenschlauch zu spüren. Heute abend allerdings hat so ein Getier die Wasserfontaine spürbar genossen, immer und immer wieder. Da hatte ich keinen Spaß mehr und habe doch lieber meine Gewächse erfrischt.
      Wie sind alle satt, rundum. Fleisch ist noch jede Menge übrig. Das ist immer so, man kauft mehr ein, als man dann verbraucht. Gut, der Rest ins Gefrierfach. Geht nicht, der ist noch voll vom letzten Grillfest. Will jemand was mit heim nehmen, frage ich rein rethorisch, weil ich weiß, es wird müde abgewunken. Auch gut, hab' ich am nächsten Tag eine deftige Mahlzeit. Am nächsten Tag steht mir der Sinn ausschließlich auf grünem Salat und Mineralwasser, kastenweise.
      Schlechten Gewissens entsorge ich das tierische, zum Glück auch teilweise verbranntes Gut in die Papiertonne, die ist leer, die braune Tonne quillt über. Man will ja kein Umweltschwein sein.
      Nico's Fest geht jetzt erst richtig los, Feuer machen. Alles kommt nun auf die Flamme. Den Rost hat er weggemacht, weil der stört. Sämtliche Bäume bei mir im Garten müssen Federn lassen. Gut, der alte Kirschbaum hat heuer sowieso keine Früchte mehr getragen. Gottseidank, das ewige Leitern anstellen, verklebte Hände, Nacken und Gesicht, wer will das schon. Es ist stockdunkel, gegen 23.00 Uhr. In den Bäumen und Sträuchern knackt's und reißt's an allen Enden. Nico ist in Hochform. Eva und ich parlieren gepflegt über hochgeistige Dinge, die uns in den Kopf kommen und noch schneller wieder verschwinden.


      Fortsetzung folgt