Häusliche Gewalt in Russland

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      Wenn du das so sagst, frage ich gern noch einmal danach, ob es wirklich so ist. Ich meine, in dem Bereich ist einiges nicht gut, denn dass doch noch fast ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Erwachsenen oft oder manchmals geschlagen wird, war mir so nicht bekannt und welche Folgen kann das haben?

      Harte Erziehung führt oft zu Schulversagen

      Kinder extrem streng erziehen, damit sie sich anstrengen und im Leben Erfolg haben? Die Rechnung geht nicht auf, zeigt eine Studie. Demnach haben Anschreien und die Androhung von Strafen durchaus Folgen. Ein guter Bildungsabschluss aber gehört nicht dazu.

      Mit harter Hand erzogene Heranwachsende orientierten sich stärker an Freunden als an ihren Eltern, berichten Forscher im Fachmagazin "Child Development". Sie geben demnach eher an, Zeit mit Freunden zu verbringen, statt Hausaufgaben zu machen, oder Regeln zu brechen, um Freunde zu behalten. Als "harte Erziehung" galten bei der Analyse Anschreien, Schlagen und die Androhung von verbalen oder körperlichen Strafen.

      Die Forscher um Rochelle Hentges von der Universität Pittsburgh hatten Daten von 1060 Teilnehmern der Langzeitstudie "Maryland Adolescent Development in Context" genutzt. Sie untersucht den Einfluss sozialer Bedingungen auf die akademische und psychosoziale Entwicklung Heranwachsender vom 12. bis 21. Lebensjahr. Erfasst wird, inwiefern die Heranwachsenden verbalen oder körperlichen Attacken ihrer Eltern ausgesetzt waren, zudem gibt es Fragen zur Interaktionen mit Gleichaltrigen, kriminellem Verhalten und Sexualität.....

      n-tv.de/wissen/Harte-Erziehung…agen-article19693005.html



      Ein Teufelskreis, aus dem so leicht herauszukommen nicht zu sein scheint. Egal, ob in Europa oder andernorts, die Grundmuster sind immer die gleichen und dort, wo die geringsten Chancen bestehen, Kinder gewaltfrei aufwachsen zu lassen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die größten Probleme im späteren Leben für die Betroffenen aber nicht nur für sie auftauchen.

      Welche Ursachen kann es u. a. haben, dass sich das so negativ auf die Kindererziehung niederschlägt?

      Wirtschaftskrise macht Mütter barscher

      Wirtschaftskrisen und ein Gen haben nach einer Studie Einfluss auf den Erziehungsstil: Der Beginn der Finanz- und Bankenkrise in den USA soll demnach manche Mütter dazu bringen, ihr Kind mit drastischen Erziehungsmethoden zu erziehen - egal, ob sie selbst Geldsorgen haben oder nicht. Dieser Effekt ist aber nur bei Müttern mit einer speziellen Gen-Typ zu beobachten....

      ..... Die Analyse zeigte nun: Je höher die Arbeitslosenquote am Wohnort und je niedriger die Kauflaune war, desto ruppiger war der Erziehungsstil. Hingegen hätten sich die Mütter nicht barscher verhalten als sonst, wenn sie persönlich von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Eine Erklärungsmöglichkeit nannte Sara McLanahan von der Princeton University, die an der Analyse beteiligt war: "Die Menschen können sich an schwierige Umstände anpassen, wenn sie einmal wissen, was sie erwartet. Mit Angst oder Ungewissheit über die Zukunft lässt sich hingegen schwieriger klarkommen....

      n-tv.de/wissen/Wirtschaftskris…cher-article11124646.html

      Axel

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      Wenn du das so sagst, frage ich gern noch einmal danach, ob es wirklich so ist. Ich meine, in dem Bereich ist einiges nicht gut, denn dass doch noch fast ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Erwachsenen oft oder manchmals geschlagen wird, war mir so nicht bekannt und welche Folgen kann das haben?

      Harte Erziehung führt oft zu Schulversagen

      Kinder extrem streng erziehen, damit sie sich anstrengen und im Leben Erfolg haben? Die Rechnung geht nicht auf, zeigt eine Studie. Demnach haben Anschreien und die Androhung von Strafen durchaus Folgen. Ein guter Bildungsabschluss aber gehört nicht dazu.

      Mit harter Hand erzogene Heranwachsende orientierten sich stärker an Freunden als an ihren Eltern, berichten Forscher im Fachmagazin "Child Development". Sie geben demnach eher an, Zeit mit Freunden zu verbringen, statt Hausaufgaben zu machen, oder Regeln zu brechen, um Freunde zu behalten. Als "harte Erziehung" galten bei der Analyse Anschreien, Schlagen und die Androhung von verbalen oder körperlichen Strafen.

      Die Forscher um Rochelle Hentges von der Universität Pittsburgh hatten Daten von 1060 Teilnehmern der Langzeitstudie "Maryland Adolescent Development in Context" genutzt. Sie untersucht den Einfluss sozialer Bedingungen auf die akademische und psychosoziale Entwicklung Heranwachsender vom 12. bis 21. Lebensjahr. Erfasst wird, inwiefern die Heranwachsenden verbalen oder körperlichen Attacken ihrer Eltern ausgesetzt waren, zudem gibt es Fragen zur Interaktionen mit Gleichaltrigen, kriminellem Verhalten und Sexualität.....

      n-tv.de/wissen/Harte-Erziehung…agen-article19693005.html



      Ein Teufelskreis, aus dem so leicht herauszukommen nicht zu sein scheint. Egal, ob in Europa oder andernorts, die Grundmuster sind immer die gleichen und dort, wo die geringsten Chancen bestehen, Kinder gewaltfrei aufwachsen zu lassen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die größten Probleme im späteren Leben für die Betroffenen aber nicht nur für sie auftauchen.

      Welche Ursachen kann es u. a. haben, dass sich das so negativ auf die Kindererziehung niederschlägt?

      Wirtschaftskrise macht Mütter barscher

      Wirtschaftskrisen und ein Gen haben nach einer Studie Einfluss auf den Erziehungsstil: Der Beginn der Finanz- und Bankenkrise in den USA soll demnach manche Mütter dazu bringen, ihr Kind mit drastischen Erziehungsmethoden zu erziehen - egal, ob sie selbst Geldsorgen haben oder nicht. Dieser Effekt ist aber nur bei Müttern mit einer speziellen Gen-Typ zu beobachten....

      ..... Die Analyse zeigte nun: Je höher die Arbeitslosenquote am Wohnort und je niedriger die Kauflaune war, desto ruppiger war der Erziehungsstil. Hingegen hätten sich die Mütter nicht barscher verhalten als sonst, wenn sie persönlich von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Eine Erklärungsmöglichkeit nannte Sara McLanahan von der Princeton University, die an der Analyse beteiligt war: "Die Menschen können sich an schwierige Umstände anpassen, wenn sie einmal wissen, was sie erwartet. Mit Angst oder Ungewissheit über die Zukunft lässt sich hingegen schwieriger klarkommen....

      n-tv.de/wissen/Wirtschaftskris…cher-article11124646.html

      Axel

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      Nur die Leopoldina in Deutschland betreibt Forschung und Wissenschaftliche Lehre. Aber auch die anderen Nationalen Akademien sind ernstzunehmende Einrichtungen und mit hochrangigen Gelehrten besetzt. Allerdings geht es da um die Lehre, nicht die Forschung.
      Ich weiß nicht, ob man die Darstellung der Akademie so annehmen soll, oder ob es eher
      eine gut konstruierte Darstellung ist. Wie auch immer, ob Gen oder umbeherschtheit, das Ergebnis ist einfach übel.
      Kinder erwarten Harmonie, keine Ohrfeigen, kein Geschreie und keine Angst.
      Das zu wissen und sich zu beherrschen ist in den Genen der anderen Mütter verankert.
      G'tt sei dank
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins
      Nur die Leopoldina in Deutschland betreibt Forschung und Wissenschaftliche Lehre. Aber auch die anderen Nationalen Akademien sind ernstzunehmende Einrichtungen und mit hochrangigen Gelehrten besetzt. Allerdings geht es da um die Lehre, nicht die Forschung.
      Ich weiß nicht, ob man die Darstellung der Akademie so annehmen soll, oder ob es eher
      eine gut konstruierte Darstellung ist. Wie auch immer, ob Gen oder umbeherschtheit, das Ergebnis ist einfach übel.
      Kinder erwarten Harmonie, keine Ohrfeigen, kein Geschreie und keine Angst.
      Das zu wissen und sich zu beherrschen ist in den Genen der anderen Mütter verankert.
      G'tt sei dank
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins

      ahu wrote:

      Das ist wirklich interessant...


      Merci und wenn ich dich bitte noch fragen dürfte, inwiefen das interessant ist?

      Ich finde Studien auch immer interessant und dass diese Studie nun ausgerechnet aus den USA kommt, wundert mich dann trotzdem nicht, denn ein Land, das sich schon mit Gewalt Land nahm und Menschen gewaltsam aus ihrer angestammten Heimat vertrieb usw., Parallelen in die Moderne sind rein zufällig anzutreffen, da kann man eigentlich auch kaum etwas anderes erwarten.

      Und alles beginnt mit dem Aufwachsen in einem Umfeld, in dem Gewalt gelebt und förmlich gepredigt wird. Ein Land, in dem schon junge Mädchen stolz darauf sind, schießen zu dürfen, wie stolz müssen dann erst Jungen sein, wenn sie entsprechend gedrillt, andernorts mit Gewalt die Interessen ihrer Heimat durchsetzen dürfen? :rolleyes:

      Gewalt in Familien ist also so alt wie die Menschheit, egal wo sie leben, und wenn wir mal zurückblicken in das alte Europa, dann ist auch klar, dass das gar nicht anders sein kann. Eine Art Gewaltgen muss uns in die Wiege gelegt worden sein. Das gute alte Militär, ob in Frankreich, in Preußen, ob in good old England, Russia überall der gleiche Drill, mit dem Menschenkinder seit jeher getrieben wurden.

      Die amerikanische Studie ist somit eine Bestätigung dessen, was bis auf Marx zurückzuführen ist. Es ist noch immer das gesellschaftspolitisch-soziale Umfeld, das Gewalt, vor allem in unteren sozialen Schichten, begünstigt. Respekt den Machern der Studie. Da sage noch einer, aus den USA kommt nur Schlechtes :hutab:

      Axel


      ahu wrote:

      Das ist wirklich interessant...


      Merci und wenn ich dich bitte noch fragen dürfte, inwiefen das interessant ist?

      Ich finde Studien auch immer interessant und dass diese Studie nun ausgerechnet aus den USA kommt, wundert mich dann trotzdem nicht, denn ein Land, das sich schon mit Gewalt Land nahm und Menschen gewaltsam aus ihrer angestammten Heimat vertrieb usw., Parallelen in die Moderne sind rein zufällig anzutreffen, da kann man eigentlich auch kaum etwas anderes erwarten.

      Und alles beginnt mit dem Aufwachsen in einem Umfeld, in dem Gewalt gelebt und förmlich gepredigt wird. Ein Land, in dem schon junge Mädchen stolz darauf sind, schießen zu dürfen, wie stolz müssen dann erst Jungen sein, wenn sie entsprechend gedrillt, andernorts mit Gewalt die Interessen ihrer Heimat durchsetzen dürfen? :rolleyes:

      Gewalt in Familien ist also so alt wie die Menschheit, egal wo sie leben, und wenn wir mal zurückblicken in das alte Europa, dann ist auch klar, dass das gar nicht anders sein kann. Eine Art Gewaltgen muss uns in die Wiege gelegt worden sein. Das gute alte Militär, ob in Frankreich, in Preußen, ob in good old England, Russia überall der gleiche Drill, mit dem Menschenkinder seit jeher getrieben wurden.

      Die amerikanische Studie ist somit eine Bestätigung dessen, was bis auf Marx zurückzuführen ist. Es ist noch immer das gesellschaftspolitisch-soziale Umfeld, das Gewalt, vor allem in unteren sozialen Schichten, begünstigt. Respekt den Machern der Studie. Da sage noch einer, aus den USA kommt nur Schlechtes :hutab:

      Axel


      Naja, ganz grundsätzlich sind Studien distanziert zu betrachten, weil sie eben nur Studien sind, andererseits aber etwas neutraler als reine Erfahrungsberichte.

      Aber ich finde die Studienthesen interessant und die Ergebnisse.

      Besonders, dass sich Menschen z.B. von Ängsten eher leiten lassen als von der realen Situation.

      Das ist zwar schon lange meine Theorie, aber da ist es mal als Studienergebnis. Ich finds schon interessant, wie man eine Studie so gestaltet, dass so eine Fragestellung möglich ist und dann noch interessanter, dass sie tatsächlich das Ergebnis bringt.

      Aber, wie gesagt, halt erstmal nur eine Studie.
      Naja, ganz grundsätzlich sind Studien distanziert zu betrachten, weil sie eben nur Studien sind, andererseits aber etwas neutraler als reine Erfahrungsberichte.

      Aber ich finde die Studienthesen interessant und die Ergebnisse.

      Besonders, dass sich Menschen z.B. von Ängsten eher leiten lassen als von der realen Situation.

      Das ist zwar schon lange meine Theorie, aber da ist es mal als Studienergebnis. Ich finds schon interessant, wie man eine Studie so gestaltet, dass so eine Fragestellung möglich ist und dann noch interessanter, dass sie tatsächlich das Ergebnis bringt.

      Aber, wie gesagt, halt erstmal nur eine Studie.

      Stern wrote:

      Es ist noch immer das gesellschafttspolitisch-soziale Umfeld, das Gewalt, vor allem in unteren sozialen Schichten begünstigt.


      Das war eben nicht das Ergebnis. Sondern unabhängig vom Umfeld war es die ANGST vor dem Abstieg, die die Gewalt begünstigt hat, auch wenn man selbst vom Umfeld garnicht betroffen war.

      Was im Gegensatz zu Karl Marx eher der buddhistischen These entspricht, dass die Frage, wie ich mich fühle und wie ich mit meiner Umwelt umgehe, von meinen Gefühlen und Ideen abhängt und nicht von meiner Umwelt.

      Stern wrote:

      Es ist noch immer das gesellschafttspolitisch-soziale Umfeld, das Gewalt, vor allem in unteren sozialen Schichten begünstigt.


      Das war eben nicht das Ergebnis. Sondern unabhängig vom Umfeld war es die ANGST vor dem Abstieg, die die Gewalt begünstigt hat, auch wenn man selbst vom Umfeld garnicht betroffen war.

      Was im Gegensatz zu Karl Marx eher der buddhistischen These entspricht, dass die Frage, wie ich mich fühle und wie ich mit meiner Umwelt umgehe, von meinen Gefühlen und Ideen abhängt und nicht von meiner Umwelt.
      @idefix Wohl genau das ist das Problem. Wenn es andernorts normal sein soll, in DE jüngsten Erhebungen zufolge steigen die Zahlen von Übergriffen und Gewalt gegenüber Kindern auch wieder, dann ist genau das der erwähnte Teufelskreis. Mir ist das daher so nicht ganz egal, weil wir nicht auf einer Scholle und losgelöst von anderen leben. Wir haben ja schließlich durch den Kontakt mit anderen Kulturen bspw. zu dieser Thematik auch weiterhin Bezüge.

      In einem anderen Forum beschrieb ich das einmal vor mehreren Jahren in etwa so, dass Evolution ohne Gewalt eine Utopie sei. Das eine war durch das andere nicht vorstell- und umsetzbar. Kein Kind kommt ohne Gewalt zur Welt. Die arme Frau...

      Utopien sind oft gescheitert aber evolutionären Gesetzmäßigkeiten kann man nicht einfach ausweichen und daher müssen wir das wohl akzeptieren lernen. Die meisten von uns haben Gewalt in der Kindheit erfahren. Soll das doch alles Gesetzmäßigkeiten, weil, evolutionär bedingt, geschuldet sein? :/

      Axel

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      @idefix Wohl genau das ist das Problem. Wenn es andernorts normal sein soll, in DE jüngsten Erhebungen zufolge steigen die Zahlen von Übergriffen und Gewalt gegenüber Kindern auch wieder, dann ist genau das der erwähnte Teufelskreis. Mir ist das daher so nicht ganz egal, weil wir nicht auf einer Scholle und losgelöst von anderen leben. Wir haben ja schließlich durch den Kontakt mit anderen Kulturen bspw. zu dieser Thematik auch weiterhin Bezüge.

      In einem anderen Forum beschrieb ich das einmal vor mehreren Jahren in etwa so, dass Evolution ohne Gewalt eine Utopie sei. Das eine war durch das andere nicht vorstell- und umsetzbar. Kein Kind kommt ohne Gewalt zur Welt. Die arme Frau...

      Utopien sind oft gescheitert aber evolutionären Gesetzmäßigkeiten kann man nicht einfach ausweichen und daher müssen wir das wohl akzeptieren lernen. Die meisten von uns haben Gewalt in der Kindheit erfahren. Soll das doch alles Gesetzmäßigkeiten, weil, evolutionär bedingt, geschuldet sein? :/

      Axel

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