KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      eigentlich reicht mir der Trailer um zu sehen, dass sich die Institutionen zu späteren Zeiten und mit den Kinderheimen der DDR nichts nehmen. Ich verbinde diesen Trailer, die Bilder auf dem Feld mit dem Teichbau/Moor in Bräunsdorf 1974 oder dem Bau an einer Wasserleitung zum Turm...als ich gerade 7 Jahre alt war und zu klein war für die schwere Arbeit aber gross genug für die Schläge meiner Mitinsassen und Erzieher.
      Und doch ist es mir wichtig, allen Ehemaligen zu sagen, es ist leichter für das Herz all dem zu Verzeihen was in der Vergangenheit an Geschehnissen. Hass erfüllt uns nicht und macht uns zu den Menschen deren keiner haben vermag.
      Und heute...nun wir sind zwar "Ehemalige Heimkinder", aber damals hat und keiner verboten später zu vergessen. Ich habe nicht vergessen, aber verziehen...
      und dies "Allen", bis auf einem. Ich habe sehr viele Narben in 17 Jahren Institution, aber mein Gang, der ist und war immer aufrecht.
      es verbleibt zeier

      zwar war ich 40 Jahre später wieder in Bräunsdorf, jedoch weiss ich bis heute nicht was das für Teiche waren.
      eigentlich reicht mir der Trailer um zu sehen, dass sich die Institutionen zu späteren Zeiten und mit den Kinderheimen der DDR nichts nehmen. Ich verbinde diesen Trailer, die Bilder auf dem Feld mit dem Teichbau/Moor in Bräunsdorf 1974 oder dem Bau an einer Wasserleitung zum Turm...als ich gerade 7 Jahre alt war und zu klein war für die schwere Arbeit aber gross genug für die Schläge meiner Mitinsassen und Erzieher.
      Und doch ist es mir wichtig, allen Ehemaligen zu sagen, es ist leichter für das Herz all dem zu Verzeihen was in der Vergangenheit an Geschehnissen. Hass erfüllt uns nicht und macht uns zu den Menschen deren keiner haben vermag.
      Und heute...nun wir sind zwar "Ehemalige Heimkinder", aber damals hat und keiner verboten später zu vergessen. Ich habe nicht vergessen, aber verziehen...
      und dies "Allen", bis auf einem. Ich habe sehr viele Narben in 17 Jahren Institution, aber mein Gang, der ist und war immer aufrecht.
      es verbleibt zeier

      zwar war ich 40 Jahre später wieder in Bräunsdorf, jedoch weiss ich bis heute nicht was das für Teiche waren.
      Vielleicht hätten die Filmemacher mal jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt, uns zum Beispiel. Nach 10 Sekunden weisst Du wo die Reise hingeht: Alle Klischees werden bedient, schlechte B-Class-Schauspieler, unsägliche Handlung. Da fand ich die letzten Heimi-Filme die im ZDF liefen besser gemacht.
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses
      Vielleicht hätten die Filmemacher mal jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt, uns zum Beispiel. Nach 10 Sekunden weisst Du wo die Reise hingeht: Alle Klischees werden bedient, schlechte B-Class-Schauspieler, unsägliche Handlung. Da fand ich die letzten Heimi-Filme die im ZDF liefen besser gemacht.
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      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      ERSTENS:

      "FREISTATT" DER FILM @ http://www.freistatt-film.de/

      RECHTS UNTEN AUF DIESER HOMEPAGE
      Menü - Auswahl - Möglichkeiten - Knöpfe - IN GROßBUCHSTABEN
      ( Ungeachtet wo auf der Webseite man sich gerade befindet, die URL und Hompage-Maske auf dieser Internet-Präsentation bleibt jeweilig unverändert )


      ZWEITENS:

      "FREISTATT" DER FILM
      Alles in einem Dokument @ http://www.gew-hb.de/Binaries/Binary23739/FREISTATT.pdf ( insgesamt 8 Seiten - 288.28 KB - erstellt 2015 )
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      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      "FREISTATT" DER FILM @ http://www.freistatt-film.de/

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      ZWEITENS:

      "FREISTATT" DER FILM
      Alles in einem Dokument @ http://www.gew-hb.de/Binaries/Binary23739/FREISTATT.pdf ( insgesamt 8 Seiten - 288.28 KB - erstellt 2015 )
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

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      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      epd film @ http://www.epd-film.de/filmkritiken/freistatt

      Kritik zu "FREISTATT"

      Marc Brummund gelang ein eindrücklicher Film über gewalttätige Heimerziehung in den späten 60er Jahren. Gedreht wurde an den realen Schauplätzen [ im Bethel-eigenen FREISTATT im Wietingsmoor (Niedersachsen) ]

      13.05.2015

      Rudolf Worschech

      Wer an die späten 60er Jahre in der Bundesrepublik denkt, dem kommen unweigerlich Bilder in den Sinn von protestierenden Studenten, jungen Männern mit langen Haaren, Rockkonzerten mit kreischenden Jugendlichen. 1967 schon drehte Peter Fleischmann seinen legendären Dokumentarfilm Herbst der Gammler, ein Blick auf jene Gruppe der Wohlstandsverweigerer – und vor allem die Reaktionen auf sie. Aber bis der Aufbruch wirklich in der Gesellschaft ankam – darüber sind Jahrzehnte vergangen.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Nicht umsonst beginnt Freistatt im Sommer 1968. Der Umbruch war noch ganz weit weg von der norddeutschen Kleinstadt, in der der 14-jährige Wolfgang (Louis Hofmann) von seinem Vater (Uwe Bohm) und mit Billigung seiner Mutter (Katharina Lorenz) in die Diakonie Freistatt, ein sogenanntes Fürsorgeheim für schwer erziehbare junge Männer, abgeschoben wird. Als er mit dem VW-Bus im Heim ankommt, bietet sich eher eine Idylle: Der Heimleiter beschäftigt sich mit der Pflege seines Gartens, und über dem Ganzen liegt eine sonnendurchflutete Friedfertigkeit.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Aber die hält nicht lange an. Im Heim regiert die Gewalt. Die Erzieher, die sich mit »Bruder« anreden, prügeln und strafen drakonisch, und unter den Jungs gibt es ein genau abgestuftes Machtgefüge. In das sich Wolfgang nicht einpassen will. Die echte Anstalt Freistatt, in der der Film auch gedreht werden konnte, war eine Dependance der Betheler Bodelschwinghschen Anstalten – und schweißtreibende Arbeit war Teil des Konzepts. Die Jungs müssen im Moor Torf stechen, den der Anstaltsleiter Herr Brockmann an lokale Bauern verkauft.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Es kommt nicht von ungefähr, dass im Zuschauer unweigerlich Assoziationen an KZ-Häftlinge aufsteigen, wenn die Zöglinge in Draisinen und mit Holzpantinen bekleidet ins Moor fahren. Und noch dazu das Lied von den Moorsoldaten singen, das im KZ Börgermoor entstand. Das kommt aber nicht als billige Kirchenkritik herüber (80 Prozent aller Heime waren damals in kirchlicher Trägerschaft), sondern wirkt eher als Hinweis auf die Kontinuität autoritärer Strukturen, die sich von der faschistischen in die Nachkriegsgesellschaft – die ja alles andere als liberal war – herübergerettet haben.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Man merkt dem Film sein Anliegen durchaus an – ein Thesenfilm ist daraus aber nicht geworden. Das liegt auch an seinen Darstellern, allen voran Louis Hofmann als Wolfgang und Alexander Held als Anstaltsleiter, der eine umwerfende Performance in Sachen subtilem und explizitem Sadismus hinlegt. 3000 solcher Heime hat es, informiert der Nachspann des Films, in den 60er Jahren noch gegeben; ihre gewalttätige Geschichte ist aber erst spät ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Es gibt heute noch Menschen, die die Folgen der Studentenbewegung infrage stellen. Die sollten sich schleunigst diesen Film anschauen.

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

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      epd film @ http://www.epd-film.de/filmkritiken/freistatt

      Kritik zu "FREISTATT"

      Marc Brummund gelang ein eindrücklicher Film über gewalttätige Heimerziehung in den späten 60er Jahren. Gedreht wurde an den realen Schauplätzen [ im Bethel-eigenen FREISTATT im Wietingsmoor (Niedersachsen) ]

      13.05.2015

      Rudolf Worschech

      Wer an die späten 60er Jahre in der Bundesrepublik denkt, dem kommen unweigerlich Bilder in den Sinn von protestierenden Studenten, jungen Männern mit langen Haaren, Rockkonzerten mit kreischenden Jugendlichen. 1967 schon drehte Peter Fleischmann seinen legendären Dokumentarfilm Herbst der Gammler, ein Blick auf jene Gruppe der Wohlstandsverweigerer – und vor allem die Reaktionen auf sie. Aber bis der Aufbruch wirklich in der Gesellschaft ankam – darüber sind Jahrzehnte vergangen.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Nicht umsonst beginnt Freistatt im Sommer 1968. Der Umbruch war noch ganz weit weg von der norddeutschen Kleinstadt, in der der 14-jährige Wolfgang (Louis Hofmann) von seinem Vater (Uwe Bohm) und mit Billigung seiner Mutter (Katharina Lorenz) in die Diakonie Freistatt, ein sogenanntes Fürsorgeheim für schwer erziehbare junge Männer, abgeschoben wird. Als er mit dem VW-Bus im Heim ankommt, bietet sich eher eine Idylle: Der Heimleiter beschäftigt sich mit der Pflege seines Gartens, und über dem Ganzen liegt eine sonnendurchflutete Friedfertigkeit.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Aber die hält nicht lange an. Im Heim regiert die Gewalt. Die Erzieher, die sich mit »Bruder« anreden, prügeln und strafen drakonisch, und unter den Jungs gibt es ein genau abgestuftes Machtgefüge. In das sich Wolfgang nicht einpassen will. Die echte Anstalt Freistatt, in der der Film auch gedreht werden konnte, war eine Dependance der Betheler Bodelschwinghschen Anstalten – und schweißtreibende Arbeit war Teil des Konzepts. Die Jungs müssen im Moor Torf stechen, den der Anstaltsleiter Herr Brockmann an lokale Bauern verkauft.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Es kommt nicht von ungefähr, dass im Zuschauer unweigerlich Assoziationen an KZ-Häftlinge aufsteigen, wenn die Zöglinge in Draisinen und mit Holzpantinen bekleidet ins Moor fahren. Und noch dazu das Lied von den Moorsoldaten singen, das im KZ Börgermoor entstand. Das kommt aber nicht als billige Kirchenkritik herüber (80 Prozent aller Heime waren damals in kirchlicher Trägerschaft), sondern wirkt eher als Hinweis auf die Kontinuität autoritärer Strukturen, die sich von der faschistischen in die Nachkriegsgesellschaft – die ja alles andere als liberal war – herübergerettet haben.

      [ BILD: Filmzene aus dem Film "
      FREISTATT" ]

      Man merkt dem Film sein Anliegen durchaus an – ein Thesenfilm ist daraus aber nicht geworden. Das liegt auch an seinen Darstellern, allen voran Louis Hofmann als Wolfgang und Alexander Held als Anstaltsleiter, der eine umwerfende Performance in Sachen subtilem und explizitem Sadismus hinlegt. 3000 solcher Heime hat es, informiert der Nachspann des Films, in den 60er Jahren noch gegeben; ihre gewalttätige Geschichte ist aber erst spät ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Es gibt heute noch Menschen, die die Folgen der Studentenbewegung infrage stellen. Die sollten sich schleunigst diesen Film anschauen.

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      Filmheft zu dem KINOSPIELFILM "FREISTATT" @ http://www.gew-berlin.de/public/media/FREISTATT_Filmheft.pdf (Größe: 1 MB; insgesamt 20 Seiten in vergrößerter Schrift und mit Filmszenen-Bildern und Archiv-Bildern der Bethel-eigenen »Anstalt Freistatt im Wietingsmoor« / »Bethel im Norden« an der Bundesstraße 214 zwischen Diepholz und Sulingen in Niedersachsen, BRD).
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

      .
      Filmheft zu dem KINOSPIELFILM "FREISTATT" @ http://www.gew-berlin.de/public/media/FREISTATT_Filmheft.pdf (Größe: 1 MB; insgesamt 20 Seiten in vergrößerter Schrift und mit Filmszenen-Bildern und Archiv-Bildern der Bethel-eigenen »Anstalt Freistatt im Wietingsmoor« / »Bethel im Norden« an der Bundesstraße 214 zwischen Diepholz und Sulingen in Niedersachsen, BRD).
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      kino-zeit.de
      Arthouse - Film & Kino

      "
      FREISTATT" - Rezension

      Kinostart:

      25.06.2015

      FSK:
      12

      Genre:
      Drama

      Tags:
      Jugendliche, 1960er Jahre, BRD, Misshandlung, Erziehungsheim, Max Ophüls Preis 2015


      Die Moorsoldaten

      Wolfgang (Louis Hofmann) ist wohl das, was man damals "renitent" nannte – heute würde man ihn wohl als ganz normalen 14-jährigen begreifen, der mitten in der Pubertät steckt. Ein rebellischer Junge, der vor allem gegen den strengen Stiefvater (Uwe Bohm) opponiert, der solche Zweifel an seiner absoluten Autorität nicht mehr länger dulden mag. Da Wolfgangs Mutter Ingrid (Katharina Lorenz) sich nicht gegen ihren Mann durchzusetzen vermag, landet der Junge schließlich in der Erziehungsanstalt Freistatt. Und dort beginnt ein Leidensweg, der einst trotz aller Entsetzlichkeit gar nicht so selten war bei Institutionen wie diesen.

      Marc Brummunds emotional erschütternder Film "
      FREISTATT" ist eine Tour de force, die den Zuschauer schnell an der Angel hat und diesen dann nicht mehr loslässt, während die Spirale aus Gewalt und Rebellion sich immer schneller dreht. Glaubt man anfangs nur allzu gerne, dass der Heimleiter Brockmann (Alexander Held) tatsächlich ein netter älterer Herr ist, der sich im hauseigenen Gemüsegarten liebevoll um die selbstgezogenen Tomaten kümmert, wird man schnell eines Besseren belehrt: In dem Heim herrscht ein Klima der Unterdrückung und permanenten Angst, dass die Jugendlichen bereits so sehr internalisiert haben, dass sie selbst den rebellischen Wolfgang zur Räson bringen wollen, um unter dessen Aufbegehren nicht leiden zu müssen. Der aber lässt sich allen Hindernissen zum Trotz nicht zähmen. Daran kann auch der Aufseher Bruder Wilde (Stephan Grossmann) nichts ändern, der Wolfgang schnell als Quelle der wachsenden Aufmüpfigkeit ausgemacht hat. Und selbst dessen Kollege Bruder Krapp (Max Riemelt) hat der Brutalität seines Kollegen nichts entgegenzusetzen, vielmehr wird sich bei einem erschütternden Weihnachtsfest zeigen, dass auch er erhebliche Schuld auf sich geladen hat.


      FREISTATT (TRAILER OFFICIAL) YouTube
      Hochgeladen von EditionSalzgeber




      https://www.youtube.com/watch?v=b72pSA7aGyY (Länge 2 Min. und 27 Sek.)

      Der politische Sprengstoff, den Marc Brummund in seinen Film eingebaut hat, liegt nicht allein in der Aufarbeitung der Vergangenheit von Erziehungsheimen in der Bundesrepublik Deutschland. Er verbirgt sich auch in der zeitlichen Verortung der Geschichte am Ende der 1960er Jahre. Während in San Francisco, Paris und Berlin die rebellische Jugend die Straßen erobert und gegen die Generation der Väter und der Täter rebelliert, herrscht in der Provinz noch dumpfe Autorität, die lediglich die weltanschauliche Couleur des Faschismus gegen ein nunmehr vorgeblich christliches Weltbild eingetauscht hat. Und wie sehr falsch verstandene religiöse Werte und der Wunsch nach starken Autoritäten Hand in Hand gehen, kann man gerade in diesen Tagen wieder deutlich sehen – in Deutschland und anderswo.

      Bezeichnend ist dabei, dass die Methoden und Erscheinungsformen des überwunden geglaubten Faschismus dabei einfach übernommen werden. Am deutlichsten tritt dies zutage, wenn die Jungs nach dem Appell mit dem Lied "Die Moorsoldaten" an ihre Arbeit gehen, das 1933 von Inhaftierten des Konzentrationslagers Börgermoor geschaffen wurde.

      Getragen wird dieses emotional wuchtige Drama von exzellenten Darstellern, der sensiblen Kameraarbeit Judith Kaufmanns, die es versteht, den Bildern immer wieder die verwaschene Farbcharakteristik verblasster Fotografien aus jener Zeit zu geben, und der Unerbittlichkeit, mit der die Geschichte jede neue Eskalationsstufe erklimmt. Will man überhaupt etwas bemängeln, so ist dies allenfalls die omnipräsente Filmmusik von Anne Nikitin, die kaum einen Moment der Ruhe zulässt. Dies passt zwar durchaus zur Getriebenheit des Stoffes, findet aber nicht immer die angemessenen Töne für die düstere Charakteristik des Erzählten. Allerdings hat man dieses zugegebenermaßen kleine Manko schnell vergessen, denn die Drastik der Geschichte steckt diese Unstimmigkeit locker weg.

      (Joachim Kurz)

      .

      QUELLE: Veröffentlichung des Originals @ http://www.kino-zeit.de/filme/freistatt (Mai 2015)
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      kino-zeit.de
      Arthouse - Film & Kino

      "
      FREISTATT" - Rezension

      Kinostart:

      25.06.2015

      FSK:
      12

      Genre:
      Drama

      Tags:
      Jugendliche, 1960er Jahre, BRD, Misshandlung, Erziehungsheim, Max Ophüls Preis 2015


      Die Moorsoldaten

      Wolfgang (Louis Hofmann) ist wohl das, was man damals "renitent" nannte – heute würde man ihn wohl als ganz normalen 14-jährigen begreifen, der mitten in der Pubertät steckt. Ein rebellischer Junge, der vor allem gegen den strengen Stiefvater (Uwe Bohm) opponiert, der solche Zweifel an seiner absoluten Autorität nicht mehr länger dulden mag. Da Wolfgangs Mutter Ingrid (Katharina Lorenz) sich nicht gegen ihren Mann durchzusetzen vermag, landet der Junge schließlich in der Erziehungsanstalt Freistatt. Und dort beginnt ein Leidensweg, der einst trotz aller Entsetzlichkeit gar nicht so selten war bei Institutionen wie diesen.

      Marc Brummunds emotional erschütternder Film "
      FREISTATT" ist eine Tour de force, die den Zuschauer schnell an der Angel hat und diesen dann nicht mehr loslässt, während die Spirale aus Gewalt und Rebellion sich immer schneller dreht. Glaubt man anfangs nur allzu gerne, dass der Heimleiter Brockmann (Alexander Held) tatsächlich ein netter älterer Herr ist, der sich im hauseigenen Gemüsegarten liebevoll um die selbstgezogenen Tomaten kümmert, wird man schnell eines Besseren belehrt: In dem Heim herrscht ein Klima der Unterdrückung und permanenten Angst, dass die Jugendlichen bereits so sehr internalisiert haben, dass sie selbst den rebellischen Wolfgang zur Räson bringen wollen, um unter dessen Aufbegehren nicht leiden zu müssen. Der aber lässt sich allen Hindernissen zum Trotz nicht zähmen. Daran kann auch der Aufseher Bruder Wilde (Stephan Grossmann) nichts ändern, der Wolfgang schnell als Quelle der wachsenden Aufmüpfigkeit ausgemacht hat. Und selbst dessen Kollege Bruder Krapp (Max Riemelt) hat der Brutalität seines Kollegen nichts entgegenzusetzen, vielmehr wird sich bei einem erschütternden Weihnachtsfest zeigen, dass auch er erhebliche Schuld auf sich geladen hat.


      FREISTATT (TRAILER OFFICIAL) YouTube
      Hochgeladen von EditionSalzgeber




      https://www.youtube.com/watch?v=b72pSA7aGyY (Länge 2 Min. und 27 Sek.)

      Der politische Sprengstoff, den Marc Brummund in seinen Film eingebaut hat, liegt nicht allein in der Aufarbeitung der Vergangenheit von Erziehungsheimen in der Bundesrepublik Deutschland. Er verbirgt sich auch in der zeitlichen Verortung der Geschichte am Ende der 1960er Jahre. Während in San Francisco, Paris und Berlin die rebellische Jugend die Straßen erobert und gegen die Generation der Väter und der Täter rebelliert, herrscht in der Provinz noch dumpfe Autorität, die lediglich die weltanschauliche Couleur des Faschismus gegen ein nunmehr vorgeblich christliches Weltbild eingetauscht hat. Und wie sehr falsch verstandene religiöse Werte und der Wunsch nach starken Autoritäten Hand in Hand gehen, kann man gerade in diesen Tagen wieder deutlich sehen – in Deutschland und anderswo.

      Bezeichnend ist dabei, dass die Methoden und Erscheinungsformen des überwunden geglaubten Faschismus dabei einfach übernommen werden. Am deutlichsten tritt dies zutage, wenn die Jungs nach dem Appell mit dem Lied "Die Moorsoldaten" an ihre Arbeit gehen, das 1933 von Inhaftierten des Konzentrationslagers Börgermoor geschaffen wurde.

      Getragen wird dieses emotional wuchtige Drama von exzellenten Darstellern, der sensiblen Kameraarbeit Judith Kaufmanns, die es versteht, den Bildern immer wieder die verwaschene Farbcharakteristik verblasster Fotografien aus jener Zeit zu geben, und der Unerbittlichkeit, mit der die Geschichte jede neue Eskalationsstufe erklimmt. Will man überhaupt etwas bemängeln, so ist dies allenfalls die omnipräsente Filmmusik von Anne Nikitin, die kaum einen Moment der Ruhe zulässt. Dies passt zwar durchaus zur Getriebenheit des Stoffes, findet aber nicht immer die angemessenen Töne für die düstere Charakteristik des Erzählten. Allerdings hat man dieses zugegebenermaßen kleine Manko schnell vergessen, denn die Drastik der Geschichte steckt diese Unstimmigkeit locker weg.

      (Joachim Kurz)

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      QUELLE: Veröffentlichung des Originals @ http://www.kino-zeit.de/filme/freistatt (Mai 2015)
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      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      brötchen wrote:

      Vielleicht hätten die Filmemacher mal jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt, uns zum Beispiel. Nach 10 Sekunden weisst Du wo die Reise hingeht: Alle Klischees werden bedient, schlechte B-Class-Schauspieler, unsägliche Handlung. Da fand ich die letzten Heimi-Filme die im ZDF liefen besser gemacht.


      Tut mit leid, Brötchen, was wissen wir darüber, inwiefern sich der Filmemacher Marc Brummund mit der Thematik zuvor vertraut gemacht hat?

      Ich war natürlich nicht in Freistatt, auch nicht in ähnl. streng geführten Einrichtungen, dennoch würde ich sagen, wie Ralph es schreibt, kann einen "so was einholen", denn im Prinzip begann der Weg Vieler von uns auf ähnliche Weise, wie es der Trailer andeutet. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich seinerzeit ein wenig jünger war, als diejenigen, die im Film zu sehen sind? Der Hauptdarsteller ist immerhin schon 14 und als ich meine Heimzeit antrat, war ich drei Jahre jünger. Allerdings kam ich mit dem 14. Lebensjahr raus und mit 14 erlebt man schon Vieles anders. Das stimmt ganz sicher.

      Ich gehe davon aus, dass auch du nur anhand des Trailers deine Bewertung abgibst, denn wer den Film in Gänze nicht sah, kann doch eigentlich nur anhand weniger min geurteilt haben, oder doch nicht? Ich werde mir den Film natürlich ansehen und danach urteilen.

      Recht gebe ich dir insofern, dass der Trailer durchaus Klischees bedienen könnte, doch ehrlich gesagt, wer kann schon sagen, wie man einen Trailer gut produziert? Ich hoffe, dass der Film spiegelt, wie es viele von Euch erlebt haben, denn alles Andere wäre wenig förderlich.

      In diesem Sinne, man sieht sich im Kino. Im TV wird er sicherlich auch bald zu sehen sein.

      Post was edited 2 times, last by “Axel (HermannG)” ().

      brötchen wrote:

      Vielleicht hätten die Filmemacher mal jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt, uns zum Beispiel. Nach 10 Sekunden weisst Du wo die Reise hingeht: Alle Klischees werden bedient, schlechte B-Class-Schauspieler, unsägliche Handlung. Da fand ich die letzten Heimi-Filme die im ZDF liefen besser gemacht.


      Tut mit leid, Brötchen, was wissen wir darüber, inwiefern sich der Filmemacher Marc Brummund mit der Thematik zuvor vertraut gemacht hat?

      Ich war natürlich nicht in Freistatt, auch nicht in ähnl. streng geführten Einrichtungen, dennoch würde ich sagen, wie Ralph es schreibt, kann einen "so was einholen", denn im Prinzip begann der Weg Vieler von uns auf ähnliche Weise, wie es der Trailer andeutet. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich seinerzeit ein wenig jünger war, als diejenigen, die im Film zu sehen sind? Der Hauptdarsteller ist immerhin schon 14 und als ich meine Heimzeit antrat, war ich drei Jahre jünger. Allerdings kam ich mit dem 14. Lebensjahr raus und mit 14 erlebt man schon Vieles anders. Das stimmt ganz sicher.

      Ich gehe davon aus, dass auch du nur anhand des Trailers deine Bewertung abgibst, denn wer den Film in Gänze nicht sah, kann doch eigentlich nur anhand weniger min geurteilt haben, oder doch nicht? Ich werde mir den Film natürlich ansehen und danach urteilen.

      Recht gebe ich dir insofern, dass der Trailer durchaus Klischees bedienen könnte, doch ehrlich gesagt, wer kann schon sagen, wie man einen Trailer gut produziert? Ich hoffe, dass der Film spiegelt, wie es viele von Euch erlebt haben, denn alles Andere wäre wenig förderlich.

      In diesem Sinne, man sieht sich im Kino. Im TV wird er sicherlich auch bald zu sehen sein.

      Post was edited 2 times, last by “Axel (HermannG)” ().

      Zitat von Axel(HermannG)

      Ich gehe davon aus, dass auch du nur anhand des Trailers deine Bewertung abgibst, denn wer den Film in Gänze nicht sah, kann doch eigentlich nur anhand weniger min geurteilt haben, oder doch nicht?
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      Hallo Axel.
      Ich war nicht in Freistatt Sondern auf der Johannesburg in Börgermoor.Ich war nicht im Torf eingesetzt sondern in der Landwirtschaft.Ich habe mir den Trailer angesehen und mir überkam ein Kribbelndes Gefühl.Das was damals Geschehen ist, nach all den Jahren nicht Vergessen.Es holt einen immer wider ein.Es kann ein Zeitungausschnitt sein oder so einen Trailer.Ich für meine Person war zwei Jahre im Heim.Was sollen die Leidensgenossen sagen die ihre ganze Kindheit und Jugend in solche Anstalten zugebracht haben.
      NULL
      Zitat von Axel(HermannG)

      Ich gehe davon aus, dass auch du nur anhand des Trailers deine Bewertung abgibst, denn wer den Film in Gänze nicht sah, kann doch eigentlich nur anhand weniger min geurteilt haben, oder doch nicht?
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      Hallo Axel.
      Ich war nicht in Freistatt Sondern auf der Johannesburg in Börgermoor.Ich war nicht im Torf eingesetzt sondern in der Landwirtschaft.Ich habe mir den Trailer angesehen und mir überkam ein Kribbelndes Gefühl.Das was damals Geschehen ist, nach all den Jahren nicht Vergessen.Es holt einen immer wider ein.Es kann ein Zeitungausschnitt sein oder so einen Trailer.Ich für meine Person war zwei Jahre im Heim.Was sollen die Leidensgenossen sagen die ihre ganze Kindheit und Jugend in solche Anstalten zugebracht haben.
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      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

      .
      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html

      ttt - titel thesen temperamente

      SENDETERMIN [ war ] So., 14.06.2015 | 23:05 Uhr | Das Erste | ARD

      PRODUKTION: Diese Sendung wurde vom Hessischen Rundfunk produziert.

      "
      FREISTATT" - Ein Spielfilm zeigt jetzt die Qualen der ehemaligen Heimkinder in der Bundesrepublik

      @
      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/die-qualen-ehemaliger-heimkinder-in-der-bundesrepublik-100.html


      .
      Video: Die Qualen ehemaliger Heimkinder in der Bundesrepublik

      14.06.2015 |
      05:53 Min. | Verfügbar bis 06.08.2015

      Über einer halbe Million Kinder und Jugendliche wurden von den 1950ern bis in die 1970er Jahre in Heime gesteckt, gequält und ausgebeutet. Dieses bittere Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte zeigt der Film "FREISTATT" von Marc Brummund.

      [ Text @
      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html ]

      "
      FREISTATT" - Ein Spielfilm zeigt jetzt die Qualen der ehemaligen Heimkinder in der Bundesrepublik

      Wolfgang: Das ist der Sohn vom Ex, ein unbequemes Kind, lästig. Die Lösung des Stiefvaters: Erziehungsheim. Geschehen 1968: Es ist die Zeit von Rock'n'Roll und Studentenrevolte. Und Wolfgang hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt im Heim "Freistatt", südlich von Bremen. Jetzt hat sich Regisseur Marc Brummund dieses Themas angenommen. Sein Film "
      FREISTATT" erzählt die Geschichte von Wolfgang Rosenkötter, der in diesem Heim in Freistatt "Zögling" war. Für ihn war es wichtig, dabei zu sein bei den Dreharbeiten am Originalschauplatz. Er will zeigen, dass er kein Einzelschicksal ist.

      40 Jahre lang war Rosenkötter nicht in der Lage, darüber zu sprechen."Man ist der Junge wieder von früher und das macht natürlich auch Schmerzen, auch körperliche", sagt der ehemalige Heiminsasse heute. "Das morgendliche Aufstellen, die Kommandos, die ständigen, das bleibt. Diese ganzen kleinen physischen und psychischen Demütigungen, die schwere Arbeit, das ständige Schlagen – diese Angst hat sich dann hier vom ersten bis zum letzten Tag fortgesetzt."

      Langes Schweigen über Misshandlungen

      Der Film erzählt eindringlich, was über einer halben Million Kinder angetan wurde – in kirchlichen und staatlichen Heimen der Bundesrepublik und das bis Anfang der 70er Jahre. Öffentlich wurde das erst 40 Jahre später: Das Buch "Schläge im Namen des Herrn" des Journalisten Peter Wensierski brachte die Misshandlungen 2006 erstmals an die Öffentlichkeit. Was folgte, war ein Runder Tisch des Deutschen Bundestages und leider eine für die Opfer kaum befriedigende Entschädigung.

      Seitdem hat auch Regisseur Marc Brummund dieses Thema nicht mehr losgelassen. Er hatte nie zuvor von Freistatt gehört, obwohl er nur wenige Kilometer vom Heim entfernt aufgewachsen ist. "Ich selbst habe eine sehr glückliche Kindheit da verbringen dürfen und die Vorstellung, dass es vielen, vielen Kindern und Jugendlichen in der Zeit sehr viel anders ging. Das hat mich schon sehr bewegt", so Brummund.

      Keine Chance zur Flucht

      Wo kurz zuvor ein Arbeitslager für Jugendliche war, hat der Regisseur als Kind Moorwanderungen gemacht. Die Diakonie Freistatt in Niedersachsen galt als eine der härtesten Einrichtungen und als Endstation vieler Heimkarrieren: Statt Schule Torfabbau, statt Fürsorge den Willen brechen, systematisch, sechs Tage die Woche, morgens bis abends: "Man musste in den ersten drei Monaten, in denen man hier war, so Holzstiefel tragen, dass man nicht weglaufen konnte", erinnert sich Rosenkötter. "Und das war besonders schwer dann dort zu arbeiten, weil das Moor hat ja immer auch runtergezogen, der Torf war ja glitschig, der Untergrund. Aber man wurde dann immer wieder angetrieben von den Erziehern."

      Eine Flucht durch die Moorlandschaft war fast unmöglich. Völlig abgeschieden liegt dieser Ort: Was hier passiert ist, hat kaum einer mitbekommen. Freistatt ist eine der ersten Anstalten, die sich - wenn auch erst seit zehn Jahren - zu ihrer Vergangenheit bekennt. Zwangsarbeit – auch im Winter, mit abgefrorenen Fingern.

      Dokumentationszentrum gegen das Vergessen

      Wolfgang Rosenkötter baut heute in Freistatt ein Dokumentationszentrum auf. Damit die Geschichte nicht vergessen wird. Wie der christliche "Bruder" sie hier auch nachts durchs Fenster überwachte. Totale Kontrolle, Ausbeutung und Misshandlung – das Erbe des Nationalsozialismus? Der Film macht deutlich, wie so ein System funktioniert, das die Jugendlichen dazu bringt, sich auch noch gegenseitig zu quälen.

      Die Schauspieler machen das Leiden und die Einsamkeit der Jungen beeindruckend spürbar. "Da wurde untereinander aufgepasst", so Brummund, "da gab es Vertrauensjungen für die Erzieher, die letztendlich immer geschnüffelt haben, wenn sich zwei Jungs zu sehr angefreundet haben. Und so ist auch gar keine Nähe entstanden. Und das führte zusätzlich zu der physischen Härte noch zu einer psychischen Verrohung und Härte."

      "
      FREISTATT": Ein Film, der klar macht, warum es wichtig ist, dieses traurige Kapitel unserer jüngeren Geschichte endlich vollständig aufzuklären – nicht nur für die mehr als 600.000 ehemaligen Heimkinder.

      Autorin: Katja Deiß

      Info-Box: "
      FREISTATT"
      Regie: Marc Brummund
      mit Louis Hofmann, Alexander Held, Stephan Grossmann u.a.
      Länge: 108 Min.
      FSK ab 12 freigegeben

      Kinostart: 25.6.2015

      Stand: 15.06.2015 12:10 Uhr

      .

      QUELLE: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html
      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html

      ttt - titel thesen temperamente

      SENDETERMIN [ war ] So., 14.06.2015 | 23:05 Uhr | Das Erste | ARD

      PRODUKTION: Diese Sendung wurde vom Hessischen Rundfunk produziert.

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      FREISTATT" - Ein Spielfilm zeigt jetzt die Qualen der ehemaligen Heimkinder in der Bundesrepublik

      @
      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/die-qualen-ehemaliger-heimkinder-in-der-bundesrepublik-100.html


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      Video: Die Qualen ehemaliger Heimkinder in der Bundesrepublik

      14.06.2015 |
      05:53 Min. | Verfügbar bis 06.08.2015

      Über einer halbe Million Kinder und Jugendliche wurden von den 1950ern bis in die 1970er Jahre in Heime gesteckt, gequält und ausgebeutet. Dieses bittere Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte zeigt der Film "FREISTATT" von Marc Brummund.

      [ Text @
      http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html ]

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      FREISTATT" - Ein Spielfilm zeigt jetzt die Qualen der ehemaligen Heimkinder in der Bundesrepublik

      Wolfgang: Das ist der Sohn vom Ex, ein unbequemes Kind, lästig. Die Lösung des Stiefvaters: Erziehungsheim. Geschehen 1968: Es ist die Zeit von Rock'n'Roll und Studentenrevolte. Und Wolfgang hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt im Heim "Freistatt", südlich von Bremen. Jetzt hat sich Regisseur Marc Brummund dieses Themas angenommen. Sein Film "
      FREISTATT" erzählt die Geschichte von Wolfgang Rosenkötter, der in diesem Heim in Freistatt "Zögling" war. Für ihn war es wichtig, dabei zu sein bei den Dreharbeiten am Originalschauplatz. Er will zeigen, dass er kein Einzelschicksal ist.

      40 Jahre lang war Rosenkötter nicht in der Lage, darüber zu sprechen."Man ist der Junge wieder von früher und das macht natürlich auch Schmerzen, auch körperliche", sagt der ehemalige Heiminsasse heute. "Das morgendliche Aufstellen, die Kommandos, die ständigen, das bleibt. Diese ganzen kleinen physischen und psychischen Demütigungen, die schwere Arbeit, das ständige Schlagen – diese Angst hat sich dann hier vom ersten bis zum letzten Tag fortgesetzt."

      Langes Schweigen über Misshandlungen

      Der Film erzählt eindringlich, was über einer halben Million Kinder angetan wurde – in kirchlichen und staatlichen Heimen der Bundesrepublik und das bis Anfang der 70er Jahre. Öffentlich wurde das erst 40 Jahre später: Das Buch "Schläge im Namen des Herrn" des Journalisten Peter Wensierski brachte die Misshandlungen 2006 erstmals an die Öffentlichkeit. Was folgte, war ein Runder Tisch des Deutschen Bundestages und leider eine für die Opfer kaum befriedigende Entschädigung.

      Seitdem hat auch Regisseur Marc Brummund dieses Thema nicht mehr losgelassen. Er hatte nie zuvor von Freistatt gehört, obwohl er nur wenige Kilometer vom Heim entfernt aufgewachsen ist. "Ich selbst habe eine sehr glückliche Kindheit da verbringen dürfen und die Vorstellung, dass es vielen, vielen Kindern und Jugendlichen in der Zeit sehr viel anders ging. Das hat mich schon sehr bewegt", so Brummund.

      Keine Chance zur Flucht

      Wo kurz zuvor ein Arbeitslager für Jugendliche war, hat der Regisseur als Kind Moorwanderungen gemacht. Die Diakonie Freistatt in Niedersachsen galt als eine der härtesten Einrichtungen und als Endstation vieler Heimkarrieren: Statt Schule Torfabbau, statt Fürsorge den Willen brechen, systematisch, sechs Tage die Woche, morgens bis abends: "Man musste in den ersten drei Monaten, in denen man hier war, so Holzstiefel tragen, dass man nicht weglaufen konnte", erinnert sich Rosenkötter. "Und das war besonders schwer dann dort zu arbeiten, weil das Moor hat ja immer auch runtergezogen, der Torf war ja glitschig, der Untergrund. Aber man wurde dann immer wieder angetrieben von den Erziehern."

      Eine Flucht durch die Moorlandschaft war fast unmöglich. Völlig abgeschieden liegt dieser Ort: Was hier passiert ist, hat kaum einer mitbekommen. Freistatt ist eine der ersten Anstalten, die sich - wenn auch erst seit zehn Jahren - zu ihrer Vergangenheit bekennt. Zwangsarbeit – auch im Winter, mit abgefrorenen Fingern.

      Dokumentationszentrum gegen das Vergessen

      Wolfgang Rosenkötter baut heute in Freistatt ein Dokumentationszentrum auf. Damit die Geschichte nicht vergessen wird. Wie der christliche "Bruder" sie hier auch nachts durchs Fenster überwachte. Totale Kontrolle, Ausbeutung und Misshandlung – das Erbe des Nationalsozialismus? Der Film macht deutlich, wie so ein System funktioniert, das die Jugendlichen dazu bringt, sich auch noch gegenseitig zu quälen.

      Die Schauspieler machen das Leiden und die Einsamkeit der Jungen beeindruckend spürbar. "Da wurde untereinander aufgepasst", so Brummund, "da gab es Vertrauensjungen für die Erzieher, die letztendlich immer geschnüffelt haben, wenn sich zwei Jungs zu sehr angefreundet haben. Und so ist auch gar keine Nähe entstanden. Und das führte zusätzlich zu der physischen Härte noch zu einer psychischen Verrohung und Härte."

      "
      FREISTATT": Ein Film, der klar macht, warum es wichtig ist, dieses traurige Kapitel unserer jüngeren Geschichte endlich vollständig aufzuklären – nicht nur für die mehr als 600.000 ehemaligen Heimkinder.

      Autorin: Katja Deiß

      Info-Box: "
      FREISTATT"
      Regie: Marc Brummund
      mit Louis Hofmann, Alexander Held, Stephan Grossmann u.a.
      Länge: 108 Min.
      FSK ab 12 freigegeben

      Kinostart: 25.6.2015

      Stand: 15.06.2015 12:10 Uhr

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      QUELLE: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-14062015-112.html
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      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.