Jänschwalde, Kinderheim Neustart

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      Heute (07.08.13) stand nen ganz interessanter Artikel in der MAZ (Märkische Allgemeine Zeitung unter der Unterschrift.

      "Neustart ohne Türschlösser"

      Es geht um das Heim des Arbeiter-Samariter-Bunds in Jänschwalde (Spree-Neiße), was zeigt, dass schwer erziehbare Jugendliche nicht weggesperrt werden müssen. Die Jugendlichen dort haben unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten und Probleme. Eines aber verbindet sie: Am Anfang will keiner von ihnen im Heim sein.
      Bei dem Heim handelt es sich um ein schmuckloses Haus in einem Waldstück, weit weg von Geschäften, Straßen, Menschen, eine „reizarme Umgebung“, wie es hier heißt. Nichts soll die Bewohner auf dumme Gedanken bringen. Zwölf Jugendliche werden in dem Haus der ehemaligen Bundespolizei von acht Erziehern pro Gruppe betreut. Oft kommen die Bewohner aus zerrütteten Familien, haben Drogen genommen, geklaut oder sich selbst wehgetan. Ihr persönliches Soll und Haben ist aus dem Gleichgewicht geraten, und es ist ein bisschen so, als seien sie durch diese Schieflage vom Rand der Gesellschaft gekippt. „Problemkinder“ werden sie oft genannt, „Extremfälle“. Doch was macht die Gesellschaft, um diese Kinder aufzufangen?
      Das Kinder- und Jugendheim „Neustart“ hat keine Plätze für die geschlossene Unterbringung, trotzdem werden auch hier sehr schwierige Fälle betreut. Kinder, die schon ein regelrechtes „Heim-Hopping“ hinter sich haben, die als unverbesserlich gelten, sagt Einrichtungsleiterin Daniela Ziesmann, eine Frau mit blonder Lockenmähne und kräftiger Stimme, eine, vor der man Respekt hat.
      Kritiker fordern die Abschaffung geschlossener Heime, Befürworter sagen, sie seien für diese spezielle „Klientel“ die einzige Option, abgesehen von Jugendknast oder Psychiatrie.
      In diesem Heim versucht man, die Bewohner rund um die Uhr zu beschäftigen, mit Handwerken, Kochen, Sport und Schulunterricht – soweit das die Konzentration zulässt. „Äußere Struktur gibt auch innere Struktur“, sagt Ziesmann. In der Küche im Erdgeschoss fangen einige Bewohner gerade an, das Mittagessen vorzubereiten. „Was gibt’s?“, fragt die Leiterin einen Jungen, der eine Schüssel in der Hand hält. „Kartoffelsuppe“, antwortet er. Wie nebenbei lernen die Jugendlichen Praktisches fürs Leben. „Ich will, dass meine Mädels wissen, wie man einen Dübel in der Wand versenkt“, sagt Ziesmann. Sie führt in den Werkraum, den die Jugendlichen renoviert haben. „Sie machen fast alles selbst, deshalb haben wir auch so gut wie keine Zerstörung.“ Alles wirkt ein bisschen wie im Landschulheim.
      Der Alltag im „Neustart“ ist hart, und manche Jugendliche reißen deshalb auch aus. Kein Kunststück, da die Türen offen stehen. „Aber die Polizei bringt sie mir immer wieder zurück“, sagt Ziesmann. Viele Ehemalige hätten ihr schon gedankt. Leider kämen aber auch viele zu spät zu ihr, weil zuvor Fehler in der Hilfeplanung passiert seien. Ziesmann wünscht sich zudem eine Anschlusseinrichtung mit gelockerten Regeln. Wenn die Jugendlichen nach durchschnittlich 1,9 Jahren ihr Haus verlassen, haben sie oft Fortschritte gemacht. Die Schieflage ist etwas korrigiert. Aber die Gesellschaft darf sie dann nicht sich selbst überlassen, appelliert sie.

      Artikel von Angelika Pentsi

      :gkr:
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.